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02.08.2021

Alternative Antriebe für den Prignitz-Express werden geprüft

Bereits zu Beginn des Jahres hatte eine vom Landkreis Ostprignitz-Ruppin in Auftrag gegebene Studie ergeben, dass batteriebetriebene Züge eine innovative und kostengünstige Alternative zu den bisher beim RE 6 (Prignitz-Express) im Einsatz befindlichen Diesel-Triebwagen sein könnten. Nun hat auch der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches die Umstellung der Fahrzeuge des Prignitz-Express auf alternative Antriebe (entweder mit Batterie- oder Wasserstoffspeicher) prüfen soll. Die Entscheidung, welches System bis zur Neuausschreibung des RE6-Betriebs Ende 2028 eingeführt wird, soll noch in diesem Jahr erfolgen. Im Rahmen des Projekts i2030 wird auf dem Korridor des Prignitz-Express unter anderem das Ziel verfolgt, die Linien RE 6 und RB 55 im 30-Minuten-Takt von Hennigsdorf über Berlin-Tegel nach Berlin Gesundbrunnen einzubinden. Zudem soll die RB 55 über Kremmen hinaus bis Neuruppin erweitert und die S-Bahn über Hennigsdorf hinaus bis Velten (Mark) verlängert werden (Projekt i2030 Nordwest). Aktuell ist geplant, dass sich S-Bahn und Regionalverkehr zwischen Berlin-Tegel und Velten die Gleise teilen.

In der Studie des Landkreises hatte sich der Autor und Bahnexperte Hans Leister bereits klar für den Batteriebetrieb beim Prignitz-Express ausgesprochen. Landrat Ralf Reinhardt: "Die Studie macht vor allem deutlich, dass der Einsatz von Batterie-Fahrzeugen eine direkte und vor allem kostensparende Verbindung unserer Region im Nordwesten Brandenburgs mit dem Berliner Stadtzentrum ermöglichen würde. Auf diese ökoligisch sinnvolle Zukunftstechnik muss gesetzt werden." Über so genannte "Elektrifizierungsinseln", also kurze Streckenabschnitten mit Oberleitungen, könnten die Batterien des Zuges während der Fahrt auf der mehr als 140 Kilometer langen Strecke zwischen der Prignitz und Berlin aufgeladen werden und auf den Fahrabschnitten ohne Oberleitung im Akku-Betrieb genutzt werden. Für diese Inseln kommen beim "Prignitz-Express" Abschnitte in Liebenthal bei Wittstock und in Neuruppin in Frage, weil dort die Stromversorgung ohne aufwändigen und kostenintensiven Bau von Leitungen vorhanden ist.

"Neben den ökologischen Vorteilen würde eine batterie-elektrische Variante des RE 6 auch die Option bereithalten, den Berliner Hauptbahnhof direkt und ohne Umstieg zu erreichen, da dieselbetriebenen Fahrzeugen und möglicherweise auch Wasserstoff-Fahrzeugen die Einfahrt in den Tiefbahnhof verwehrt bleibt. Auch ein Gemeinschaftsbetrieb mit der S-Bahn wäre im Akku-Modus der Batterie-Elektro-Züge ohne weiteres möglich", erklärt Ralf Reinhardt. Außerdem wäre eine Elektrifizierungsinsel in Neuruppin auch wichtig für die Zukunft des dortigen Bahnbetriebswerks. "Künftige Batterie-Fahrzeuge des Prignitz-Express erfordern eine Stromversorgung des Betriebswerks und der dortigen Abstellgleise, was zugleich Arbeitsplätze am Standort Neuruppin sichern könnte", so der Landrat.

Die Studie von Hans Leister zur RE 6-Elektrifizierung zum Nachlesen (PDF)