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28.07.2021

Jagdstatistik 2020/21: Weniger Schwarzwild geschossen

Die untere Jagdbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin hat die Statistik für das Schalen- und Niederwild aus den etwa 380 Jagdbezirken für das Jagdjahr 2020/2021 veröffentlicht. Alles in allem hat es gegenüber dem vorangehenden Jagdjahr keine gravierenden Schwankungen gegeben, wie Andreas Sidow von der Jagdbehörde mitteilte. Auffallend ist allerdings die doch starke Verringerung bei der Gesamtstrecke (Zahl der erlegten Tiere einschließlich Unfall- und Fallwild) beim Schwarzwild, und dies trotz der weiter angebotenen Erlegungsprämie. So lag die Zahl der erlegten Tiere im abgelaufenen Jagdjahr bei 5.582, im Jagdjahr davor hatte sie noch bei 6.736 Stück Schwarzwild gelegen. Über die möglichen Ursachen des Rückgangs kann spekuliert werden. Am wahrscheinlichsten, so Andreas Sidow, sei der starke Eingriff in die Schwarzwild-Populationen im vorangegangenen Jagdjahr 19/20, was insofern als beabsichtigter Erfolg der Erlegungsprämie gewertet werden könnte. Ein weiterer Grund könnte darin liegen, dass trotz der großen Anzahl an Jägerinnen und Jägern (im Landkreis wohnhaft ca. 1.100) das Zeitbugdet zunehmen begrenzt sei, was sich auch in der Zahl der erlegten Tiere ausdrücke. Gleichwohl setze man die Hoffnung in die so genannte "Bachenprämie" in Höhe von 80 Euro pro Tier, die es seit diesem Jagdjahr gebe und die möglicherweise weitere Anreize liefern könnte, wieder mehr Schwarzwild zu schießen, was wiederum vor dem Hintergrund der heranrückenden Afrikanischen Schweinepest von Bedeutung ist.

Bei der Gesamtstrecke für das Niederwild (auch hier einschl. Fall- und Unfallwild) wird im zurückliegenden Jagdjahr 20/21 eine Zunahme beim Nutria deutlich. Seit 2019 gilt Nutria als jagdbares Wild. Aufgrund der Klimaveränderung hat sich das Tier deutlich auch in unseren Breiten ausgebreitet, was sich auch in der Jagdstatistik für Ostprignitz-Ruppin niederschlägt. Wurden 2019/20 noch 625 Nutria erlegt, waren es im Jagdjahr bereits 1.576 tote Tiere. Und dies, obwohl die ursprünglich aus Südamerika stammenden Nager nicht unbedingt zum attraktivsten Jagdwild gehören. "Die große Zahl an Nutria kann zum Problem werden, da die Tiere Erdhöhlen in Gewässernähe bauen und so beispielsweise Dämme in Mitleidenschaft ziehen können", gibt Andreas Sidow zu Bedenken. Ein verstärktes Auftreten der Nutria war zuletzt aus den Bereichen Wittstock, Kyritz, Wusterhausen und Linum gemeldet worden.

Für Verkehrsteilnehmer, die in einen Wildunfall verwickelt sein sollten, gab Andreas Sidow erneut den Rat, auch aus eigenem Interesse (Meldung an die Versicherung) in jedem Fall die Polizei zu verständigen. Bei angefahrenem und flüchtigem Schalenwild (also Rotwild, Damwild, Muffelwild, Rehwild und Schwarzwild) besteht sogar eine Meldepflicht, damit sich Jäger auf die Suche nach dem möglicherweise verletzten Tier machen können.

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Vermehrt aufgetaucht: Nutria (Foto: Jens Teubner)