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30.06.2021

Aktuelle Themen des Naturschutzbeirats im Landkreis

Der Naturschutzbeirat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin hat vor allem beratende Funktion und wird in allen wichtigen Entscheidungen und Maßnahmen der unteren Naturschutzbehörde einbezogen. Der Beirat ist - mit den Worten von Karin Schönemann, der Leiterin der Behörde - eine "wichtige Stütze", da er Veränderungen in der Natur häufig rasch wahrnimmt und darüber hinaus auch als Sprachrohr zwischen der Behörde und den Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises dient.

Ein derzeit großes Thema des Naturschutzbeirats ist mit Blick auf die Ferienzeit wieder der naturverträgliche Tourismus im Landkreis, wie bei einem Pressegespräch in Neuruppin deutlich wurde. Nach Angaben des Vorsitzenden des Naturschutzbeirats, Mathias Gebauer, betrachtet man die kommenden Monate aufgrund der Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr mit Sorge, gerade hinsichtlich vieler Individualtouristen, die in der Natur unterwegs sein werden. So kam es im letzten Sommer immer wieder zu starken Störungen der Natur und zu verbotenen Handlungen, hauptsächlich in Naturschutzgebieten. Vor allem Camper, mit Auto oder Zelt unterwegs, nutzten dabei Flächen, die dafür nicht geeignet waren. Berichtet wurde unter anderem von Störungen sensibler Arten wie beispielsweise See- oder Fischadler, aber auch von Zerstörungen einiger Vegetationsbestände wie Schilfgürtel. Aus Sicht des Naturschutzbeirats ist eine vermehrte Überwachung der wichtigsten Schutzbereiche, aber auch eine Sensibilisierung der Bevölkerung notwendig, um den Tourismus zu lenken und die Natur damit zu schützen. Ansonsten sei eine intakte Natur, wie sie von den meisten Besucherinnen und Besuchern gewünscht werde, bald nicht mehr vorhanden. Karin Schönemann kündigte in diesem Zusammenhang Kontrollen der Behörde an, die von Naturwacht, Forst und der Polizei unterstützt bzw. begleitet werden. Im Forstbereich soll zudem auf Waldparkplätzen mit Schildern insbesondere auf das Übernachtungsverbot hingewiesen werden.

Naturschutzbeirat 2021Foto: Mathias Gebauer und Karin Schönemann

Ein weiteres Thema, das im Naturschutzbeirat des Landkreises wiederholt eine Rolle gespielt hat, ist mit dem Begriff "Verwilderung" in Verbindung zu bringen. Dabei geht es um Eingriffe, die zu Störungen aufgrund zu starker Pflege bzw. übertriebener Sauberkeits- und Ordnungsansprüche führen können. Gemeint sind damit etwa unnötiges Mähen von Wiesen- und Rasenflächen, aber auch das Mähen zum falschen Zeitpunkt. Denn dies kann Blüten zerstören und damit vielen Insekten wichtige Nahrungsquellen entziehen. Auch das Schneiden von Gehölzern, Sträuchern und Hecken zur Brutzeit kann zur Vernichtung ganzer Bruten führen, ebenso wie die Zerstörung von Brutstätten an und in Gebäuden, wie Schwalbennester oder Höhlungen. Die Mitglieder des Naturschutzbeirats plädieren ganz deutlich für "mehr Mut zur Verwilderung". Denn häufig könne "weniger tun auch mal mehr sein", so Karin Schönemann, die gleichzeitig darauf hinweist, dass im Zweifelsfall die untere Naturschutzbehörde jederzeit Auskunft über das richtige Vorgehen geben kannn.

In einem weiteren Punkt unterstützt der Naturschutzbeirat ausdrücklich eine Initiative der Naturschutzbehörde, nämlich weitere herausragende und bedeutende Bäume im Landkreis als Naturdenkmale unter besonderen Schutz zu stellen. Bei der Auswahl haben die Eigenart und Schönheit sowie die naturgeschichtlichen und landeskundlichen Bedeutungen der jeweiligen Bäume eine große Bedeutung. Überhaupt war und ist der Baumschutz immer ein wichtiges Thema im Naturschutzbeirat. So konnten in den letzten Jahren durch Zuarbeiten, Beratungen vor Ort und Expertise der Mitglieder des Beirates einige Bäume erhalten und gerettet werden, so zum Beispiel zwei alte Blutbuchen an der B5 oder die als Naturdenkmal geschützten Linden auf dem Kirchhof Nietwerder.