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31.12.2020

Der Begründer der Schöller-Festspiele feiert 80. Geburtstag

Die jährlichen Schöller-Festspiele sind inzwischen weit über die Grenzen Ostprignitz-Ruppins hinaus bekannt und beliebt. Heute nun feiert der Mann, der das Prignitz-Ruppiner Komödienfestival in Kampehl ins Leben rief, seinen 80. Geburtstag: Professor Peter Schroth. Wir gratulieren an dieser Stelle ganz herzlich!

Natürlich hätte Landrat Ralf Reinhardt gerne die Glückwünsche mit einem Besuch in Koppenbrück, dem Wohnort des Theaterenthusiasten, persönlich überbracht, aber Corona hat leider auch hier einen Strich durch die Planung gemacht. So bleibt es zunächst "nur" bei einem Gratulationsschreiben. Darin würdigt der Landrat vor allem die Verdienste von Peter Schroth, insbesondere dessen künstlerisches Schaffen in der Region: "Mit der Gründung der Schöller Festspiele vor über zehn Jahren und als gestaltender Festspieldirektor haben Sie maßgeblich dazu beigetragen, den Nordwesten Brandenburgs auch kulturell noch attraktiver zu gestalten und viele Menschen damit glücklich zu machen." Genau das fehle nun sehr, so Ralf Reinhardt auch mit Blick auf die Festivalabsage im bald abgelaufenen Jahr. "Gerade in diesen schwierigen Zeiten vermissen wir das Bühnenspiel in Kampehl, den Humor, die Leichtigkeit. Umso mehr hoffe ich sehr, dass wir bald wieder gemeinsam den Aufführungen im Schlosspark beiwohnen dürfen - und das noch sehr viele Jahre."
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Peter Schroth, geboren am 31.12.1940 in Dresden, ist Festspielleiter, Regisseur, Schauspieler und Dozent. Er kommt aus einer Theaterfamilie, deren Wurzeln bis ins 19. Jahrhundert reichen und dessen Urgroßeltern (Familie Musäus) ein Theaterunternehmen führten. Schroth ist Sohn der Schauspielerin Lotte Meyer, die u. a. in Dresden, Berlin und Weimar auf der Bühne stand und sich nach 1945 am Wiederaufbau des Dresdner Theaters beteiligte. Schroths Bruder Christoph Schroth ist Regisseur und Intendant. Peter Schroth ist verheiratet mit der Schauspielerin Karin Schroth und hat zwei Kinder, die Regisseurin Katka Schroth und den Autor Krischan Moritz Schroth.

Peter Schroth schloss sein Schauspiel-Studium 1961 an der Theaterhochschule Leipzig ab und war anschließend zehn Jahre als Schauspieler u. a. in Weimar, Brandenburg und Halle an der Saale tätig, wo er in zahlreichen Rollen zu erleben war. Seit 1971 arbeitet Schroth als Regisseur und hat seither ca. 100 Inszenierungen geschaffen. Besonders prägend für ihn waren, nach den Begegnungen mit u. a. Manfred Wekwerth, Juri Ljubimow und Heiner Müller, die Auseinandersetzungen mit den Werken von Stanislawski, Gortschakow, Meyerhold sowie Bertolt Brecht. 

Von 1992 bis 1997 arbeitete Schroth zunächst als Berater des Intendanten, dann als Chefregisseur am carrousel – Theater an der Parkaue Berlin. Seine Arbeit hat die Entwicklung des Theaters nach der Wende entscheidend mitbestimmt: Schroth entwickelte u. a. das Spektakelprinzip »Die schwarzen Nächte«. Von 1997 bis 2001 war Schroth Schauspieldirektor am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Seit 2001 ist er freischaffender Regisseur. In seiner langen Schaffenszeit erhielt Peter Schroth auch zahlreiche Auszeichnungen, wie die Erich-Weinert-Medaille, die Artur-Becker-Medaille und den Ernst-Zinna-Preis.

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