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08.05.2021

Gedenkworte zum Tag der Befreiung am 8. Mai

Am 8. Mai 1945 kapitulierte die deutsche Wehrmacht endlich bedingungslos und in Europa endete damit der Zweite Weltkrieg. Dieser Tag markierte zugleich die Befreiung vom Nationalsozialismus. Hinter den Menschen lagen viele Jahre voller Angst und Leid, Hunger und Folter, Verfolgung und Mord. Hunger und Leid blieben wegen der Kriegsfolgen auch noch einige Jahre danach. Außerdem trennte der Krieg ein Land, einen ganzen Kontinent in Ost und West. Familien wurden auseinandergerissen und teilweise erst 45 Jahre danach wiedervereint.

Aber das Unfassbare, der grausame Krieg von Völkern der ganzen Welt gegeneinander, begonnen vom nationalsozialistischen Deutschland, sowie die Vernichtung des jüdischen Lebens in Europa, endeten am 8. Mai vor nunmehr 76 Jahren. Die Folgen des Zweiten Weltkrieges sind erschreckend: Es starben allein 60 Millionen Menschen. Infolge der Menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten wurden mehr als sechs Millionen Juden aus ganz Europa ermordet. Aber auch Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen, politische Gefangene und wegen ihrer sexuellen Orientierung in den Konzentrationslagern internierte Menschen, an denen zum Teil menschenverachtende Versuche durchgeführt wurden, wurden von den Nationalsozialisten europaweit verfolgt und getötet.

Es liegt in unser aller Verantwortung, dass die Gräueltaten der Nationalsozialisten, die Europa in das dunkelste Kapitel seiner Geschichte gestürzt haben, nie vergessen werden. Jeden Tag müssen wir unseren Beitrag im Denken und Handeln dazu leisten, dass sich auch eine Gewaltherrschaft wie im Dritten Reich nicht wiederholt. Dem Ruf nach einem Führer, nach einer Diktatur darf niemals nachgegeben werden. Das beginnt bei Gesprächen in der Familie, mit Freunden oder Nachbarn. Denn es liegt an uns, dass Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Nationalität, ihres Glaubens, ihrer Hautfarbe, ihres Denkens oder ihres Aussehens nicht ausgegrenzt werden. Auch die sexuelle Orientierung darf kein Grund zur Diskriminierung sein, genauso wenig wie Behinderungen.

Intoleranz, Ausgrenzung und Hass gepaart mit dem ungleichen Zugang zu den lebenswichtigen Ressourcen, wie beispielsweise Bildung, Nahrung, Gesundheit, Energie und Trinkwasser, sind der Nährboden für Kriege. Daran sollten wir immer denken. Erinnerung kann hierbei helfen, nicht zu vergessen – auch 76 Jahre nach Kriegsende. Es gilt solidarisch miteinander zu sein, offen anderen Menschen gegenüber zu treten und gemeinsam mit dafür zu sorgen, dass Frieden eine Chance hat, zu werden beziehungsweise zu bleiben. Dafür müssen wir uns einsetzen, Stunde für Stunde, Tag für Tag und Jahr für Jahr!

Sigrid Nau, Vorsitzende des Kreistages von Ostprignitz-Ruppin

Ralf Reinhardt, Landrat von Ostprignitz-Ruppin