Zur Startseite

Volltextsuche

 

Seiteninhalt

23.07.2019

Appell des Landkreises: Achtsamer Umgang mit Wasserressourcen

Angesichts der anhaltenden Trockenheit und der angespannten Lage bei den Wasserspeichersystemen appelliert der Landkreis erneut eindringlich an alle Bürgerinnen und Bürger, sparsam mit den Wasserressourcen umzugehen. Erinnert wird daran, dass der mit Rücksicht auf den Zustand der Gewässer und unserer Natur erforderliche achtsame Umgang mit dem Wasser, die Pflicht eines jeden Bürgers ist.

Zur aktuellen Lage im Landkreis:

Bislang haben im Rhingebiet die großen Seenspeicherketten, die im Winter und Frühjahr das überschüssige Wasser zurückhalten, für hinreichende Abflussverhältnisse sorgen können. Trotz des abermals ungewöhnlich niederschlagsarmen Sommers konnte in den Hauptgewässern ein zufriedenstellender Abfluss für die gesamte Region bis nach Oranienburg und Rhinow sichergestellt werden. Nunmehr sind die Wasserspeicher im Rhin-Einzugsgebiet aber weitgehend erschöpft. Die Niederschläge des vergangenen Wochenendes haben nur für eine kurzzeitige Entspannung gesorgt. Aufgrund der Wetterprognosen für die nächsten Tage muss mit einem weiteren Rückgang der Abflüsse gerechnet werden. Zudem ist es nicht möglich, aus der Müritzregion Wasser ins Rhingebiet überzuleiten, weil auch die dortigen Vorräte erschöpft sind.

Infolge der sich abzeichnenden Situation wird es auch bald erforderlich werden, den Paddelbootverkehr auf dem Rheinsberger Rhin einzustellen, um gravierende Schäden für das Gewässer und das einzigartige Naturschutzgebiet zu verhindern. Hierzu wird es rechtzeitig eine gesonderte Mitteilung geben.

Auch im Westen des Landkreises, nämlich in den Einzugsgebieten der Dosse und der Jäglitz, sieht die hydrologische Situation nicht entscheidend besser aus. Die dortige Talsperre Dossespeicher (Obersee) wird etwa bis Ende des Monats die Abflüsse in der Dosse und Jäglitz stützen können. In Vorbereitung dringender Sanierungsarbeiten an der Dammfußdränage des Staudammes wird voraussichtlich eine vom Bewirtschafter beantragte vorgezogene Absenkung des Wasserspiegels durch den Landrat zugelassen, wodurch 1,5 Mio. m3 Wasser aus dem Dossespeicher zusätzlich bereitgestellt werden können.

Die Bewirtschafter der wasserwirtschaftlichen Anlagen weren im Zuge des Niedrigwasser-Managements die Anlagen so steuern, dass die nachteiligen Folgen des Niedrigwassers in Bezug auf die Gewässerökologie und die Nutzungen am Gewässer minimiert werden. In einem ersten Schritt wurden bereits Ende Juni die Ableitbauwerke im Rhingebiet geschlossen,die den Hauptgewässern Wasser entziehen. 

Ziel der gegenwärtigen Bewirtschaftungsmaßnahmen ist es, innerhalb der Stauhaltungen einen ausreichenden Abfluss zu realisieren, der einen Wasseraustausch ermöglicht und Sauerstoffdefizite verhindert. Der Landkreis wird über den monatlich tagenden Wasserbewirtschaftungsbeirat für eine behördenübergreifende Abstimmung, eine Koordinierung von Maßnahmen sowie die Weitergabe von Informationen sorgen. Im Vordergrund steht dabei die Vermeidung von nachhaltigen Schäden für Natur und Landschaft.

Zur Entnahme von Wasser im Landkreis:

In Anbetracht der Anfragen aus der Bevölkerung wird betont, dass die Entnahme von Wasser aus Oberflächengewässern mittels Pumpen grundsätzlich einer wasserrechtlichen Erlaubnis durch die untere Wasserbehörde bedarf. Diese Wasserentnahmen fallen nicht unter den Begriff des Gemeingebrauchs, der z.B. das Schöpfen von Wasser mit Handgefäßen erlaubnisfrei gestattet.

Darüber hinaus räumt das geltende Wasserrecht jedoch den Eigentümern von Gewässern oder den direkten Anliegern, deren Grundstück an das Gewässer angrenzt, im Rahmen des so genannten Eigentümer- und Anliegergebrauchs eine erlaubnisfreie Wasserentnahme aus Gewässern ein.

Allerdings ist dabei zu beachten, dass ein solcher Anliegergebrauch an Bundeswasserstraßen und sonstigen schiffbaren Gewässern nicht zulässig ist und zusätzlich unter dem Vorbehalt steht, dass Dritte nicht beeinträchtigt werden, keine wesentliche Verminderung der Wasserführung oder Beeinträchtigung des Wasserhaushalts zu erwarten sind. Eine solche Beeinträchtigung der Wasserführung und des Wasserhaushaltes ist unter den gegenwärtigen hydrologischen Verhältnissen nicht mehr auszuschließen. Deshalb sind mit behördlicher Weisung alle nicht ausdrücklich erlaubten Wasserentnahmen zu unterbinden.

Weiterhin wird darauf hingewiesen, dass auch die wasserrechtlich erlaubten Entnahmen nur bis zum Erreichen des sog. Mindestabflusses im Gewässer statthaft sind.

Verstöße gegen das Wassergesetz stellen Ordnungswidrigkeiten dar und können mit empfindlichen Geldbußen geahndet werden.