Zur Startseite

Volltextsuche

 

Seiteninhalt

24.01.2020

ASP-Gefahr: Vorkehrungen und Maßnahmen des Landkreises

In den vergangenen Monaten hat die Kreisverwaltung bereits über den drohenden Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) informiert und über Präventionsmaßnahmen berichtet.

Mit den nachfolgenden Informationen geben wir einen Überblick über die bereits getroffenen, laufenden und noch anstehenden Maßnahmen in Ostprignitz-Ruppin:

Ende November 2019 erhielten alle Schweinehalter aktuelle Informationen zur ASP durch das zuständige Landesministerium. Vorangegangen waren Schreiben des Ministeriums zur strikten Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen sowie diesbezügliche Kontrollen und Beratungen der Betriebe durch das Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft, die im neuen Jahr fortgeführt werden. Das Schreiben des Ministeriums vom 20.11.2019 an alle Jagdausübungsberechtigten wurde zusätzlich mit Hinweisen zur Probennahme wiederholt durch das Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft versandt.

Auch die Öffentlichkeit ist entsprechend informiert worden. Bei der Beschilderung von Rastplätzen mit Warnhinweisen ist der Landkreis allerdings nur an den Kreisstraßen zuständig. Da es dort aufgrund der geringeren Verkehrsbedeutung dieser Straßen keine Parkanlagen für Durchreisende gibt, wurden auch keine Hinweisschilder errichtet. An den Bundes- und Landesstraßen sowie an den Bundesautobahnen ist hierfür der Landesbetrieb Straßen Brandenburg bzw. die Havellandlandautobahngesellschaft zuständig.

Maßnahmen im Krisenfall

Es ist beabsichtigt, den Umwelt- und Landwirtschaftsausschuss einzuberufen, sofern die Seuche im Landkreis oder in direkt angrenzenden Landkreisen ausbrechen sollte. Diese müssen aber nicht zwangsläufig in Brandenburg liegen. Ostprignitz-Ruppin würde auch bei einem Seuchenausbruch beispielsweise im Landkreis Stendal (Sachsen-Anhalt) so verfahren.

Grundvoraussetzung für eine funktionierende Tierseuchenbekämpfung ist die Aktualität aller notwendigen Informationen einschließlich der rechtlichen Grundlagen. In Bezug auf die ASP wird der Landkreis durch das zuständige Ministerium ständig auf dem neuesten Stand gehalten, die Risikobewertung und das Radar Bulletin des Friedrich-Löffler-Institutes werden verfolgt. Fortbildungsveranstaltungen werden abwechselnd, je nach spezieller Thematik, durch mehrere Mitarbeiter der Kreisverwaltung wahrgenommen, um im Fall eines Ausbruchs geschultes Personal zur Verfügung zu haben. Auch die Weitergabe aktueller Informationen an Jäger und Schweinehalter erfolgen stetig im Rahmen von Veranstaltungen und Kontrollen.

Da der Ort eines möglichen Ausbruchs nicht geplant werden kann, hat der Landkreis bereits vor einigen Jahren damit begonnen, geeignete Wildsammelstellen sowie Fallwildsammelstellen im gesamten Kreisgebiet festzustellen und zu überprüfen. Mittlerweile verfügt der Landkreis über mehrere Sammelstellen, die je nach Ausbruchsort den entsprechenden Restriktionszonen zugeordnet, eventuell durch zusätzliche Container erweitert und entsprechend genutzt werden können. Die Sammelstellen werden regelmäßig überprüft.

Materiell ist der Landkreis verpflichtet, Bestände anzulegen, um die ersten Tage der Tierseuchenbekämpfung abzusichern. Unverzichtbar sind dabei entsprechende Hygienekleidung, Desinfektionsmittel sowie Materialien zur Probennahme. Hier erfolgen mindestens jährliche Inventuren und Nachbestellungen. Im Rahmen der Vorbereitung auf einen möglichen ASP-Ausbruch wurden bereits Schilder für die Kennzeichnung der einzelnen Restriktionszonen sowie Kleincontainer zur Sammlung von verendeten Wildschweinen angeschafft, deren Entsorgung durch die Firma SecAnim gewährleistet wird. Weiterhin liegen Säcke zur sicheren Aufnahme der Tierkörper in Herzberg (Firma SecAnim) bereit. Demnächst plant der Landkreis Anschaffungen zur Ausstattung von Fallwild-Suchtrupps, wie z. B. Wildwannen, Desinfektionsmöglichkeiten für die Fundorte usw. Ebenso wird der Abtransport der Tierkörper koordiniert.

Einrichten von Tierseuchenkrisenzentren

Die Tierseuchenbekämpfung erfolgt nach dem Tierseuchenalarmplan des Landkreises, der einer regelmäßigen Aktualisierung unterliegt. Bei Feststellung einer Tierseuche wie im Fall der ASP wird das Tierseuchenkrisenzentrum nach Absprache mit der zuständigen Dezernatsleitung und dem Landrat zunächst im Amt für Verbraucherschutz und Landwirtschaft im Gebäude Neustädter Straße in Neuruppin eingerichtet.

Bei der Bekämpfung der ASP ist bereits vorab ersichtlich, dass das Tierseuchenkrisenzentrum in der Neustädter Straße an seine Kapazitätsgrenze stoßen wird und somit die Aktivierung weiterer geeigneter Räumlichkeiten in Liegenschaften des Landkreises notwendig werden könnte. Die zusätzlich benötigten Räume müssen durch Umzug der Nutzer frei gezogen werden. Sie verfügen über die notwendigen technischen Voraussetzungen, wie Telefonanlage mit gesondertem Rufnummernpool, Notstromversorgung, Sicherstellung eines ständigen Zugangs zum Landesdatennetz, einen ständigen Internetzugang und Zugang zum Intranet und zu allen Teilnetzen der Verwaltung.

Wegen der sehr langen Bekämpfungszeit, die sich aus den Erfahrungen der bisher betroffenen Länder über mehrere Jahre erstrecken wird, ist die Nutzung der im Notfall zu aktivierenden Räumlichkeiten über längere Zeit aber nicht möglich. Deshalb wurde innerhalb der Kreisverwaltung versucht, geeignete Räumlichkeiten zu finden, die bei Nutzung im Tierseuchenfall die tagtägliche Arbeit nicht behindern bzw. einschränken. Im Ergebnis wird nunmehr das kreisliche Objekt neben dem TGZ (Technologie- und Gründerzentrum) in Neuruppin favorisiert. Die Räumlichkeiten in Dach- und Kellergeschoss dieses sogenannten LEB-Gebäudes in der Alt Ruppiner Allee als kombiniertes Tierseuchenkrisen- und -bekämpfungszentrum des Landkreises sind sehr gut für eine entsprechende Nutzung geeignet.