Zur Startseite

Volltextsuche

 

Seiteninhalt

25.03.2020

Gemeinsamer Appell an die Bürgerinnen und Bürger des Landkreises

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Coronavirus-Pandemie und ihre weitreichenden Folgen verändern unser Leben grundlegend, und das in allen Bereichen. Nichts ist mehr wie noch vor ein paar Wochen, von gewohnter Normalität sind wir weit entfernt. Die Herausforderungen, die wir alle und jeden Tag aufs Neue zu bewältigen haben, sind gewaltig. Die Pandemie bestimmt unseren Alltag, greift in das öffentliche und private Leben ein. Sie schränkt unsere Bewegungsfreiheit massiv ein, direkte soziale Kontakte müssen eingeschränkt werden, Geschäfte und Einrichtungen schließen, Existenzen stehen auf dem Spiel.

Eine solche Situation – die schwerste Krise seit Ende des Zweiten Weltkriegs in unserem Land – ist schwer fassbar. Und es wird sicherlich noch einige Zeit dauern, bis wir die ganze Dimension wirklich begreifen. Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten: Die von Bund und Land getroffenen Maßnahmen sind dringend geboten, um ein schnelles und unkontrolliertes Ausbreiten des Coronavirus zu verhindern und damit das Funktionieren unseres Gesundheitssystems aufrechtzuerhalten. Die medizinische Versorgung in unseren Krankenhäusern muss auch in Krisenzeiten gewährleistet sein, dafür tragen wir als Gesellschaft die Verantwortung.

Deshalb danken wir von Herzen für das entgegengebrachte Verständnis, auch bei vielleicht unpopulären Entscheidungen. Wir danken für gelebte Disziplin und Solidarität untereinander, für die gegenseitige Rücksichtnahme, die Nachbarschaftshilfe und die vielen aufmunternden sowie motivierenden Worte und Taten. Konsequentes Handeln ist das Gebot der Stunde, wenn uns das Schicksal aller Menschen am Herzen liegt. Am Ende kann das Coronavirus unseren Nachbarn, Familienangehörigen und besten Freund treffen. Oder auch uns selbst. Deshalb gilt es jetzt, gemeinsam weiter an einem Strang zu ziehen. Für unsere Gesellschaft, für das große Ganze, was uns zusammenhält.

Wir möchten vor allem ganz besonders denjenigen danken, die unermüdlich und hart an der Belastungsgrenze auch in Krisenzeiten ihren Job für uns tun. Ob nun in Krankenhäusern oder im Lebensmittelhandel, als Kassiererinnen oder Kassierer, als Pflegerinnen und Pfleger, in den Verwaltungen, bei Müllabfuhr, Polizei und Feuerwehr, bei Logistikunternehmen oder im Handwerk. Bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Schulen und Kitas. Das Leben – und das ist sehr wichtig – darf auch in diesen schweren Wochen nicht gänzlich stillstehen. Dafür sorgen Sie, sorgt jeder Einzelne, mit Engagement und Einsatzbereitschaft. Dafür unser aller Respekt!

Natürlich gibt es auch Ängste und Sorgen bei vielen von Ihnen. Niemand weiß genau, wie lange wir in diesem Krisenmodus verharren müssen. Wie es jetzt aussieht, stehen wir erst am Anfang. Für diejenigen unter Ihnen, die ihr Ladengeschäft schließen mussten oder als Freiberufler keine Aufträge mehr erhalten bzw. ihre Dienstleistungen zur Zeit nicht anbieten dürfen, hat die Landesregierung in einem ersten Schritt ein Soforthilfeprogramm beschlossen, das Hilfen von bis zu 60.000 Euro vorsieht, um schnell und unbürokratisch zu helfen. Und es wird nicht der letzte Schritt gewesen sein. Gerade Kleinunternehmer und Mittelständler sind der Motor unserer regionalen Wirtschaft und müssen diese Krise möglichst unbeschadet überstehen. Hilfe und Unterstützung sind hier dringend notwendig. Dafür setzen wir uns im Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit Nachdruck ein.

Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir durch- und erleben derzeit gemeinsam eine Ausnahmesituation. Niemand von uns hat sich so etwas vorstellen können. All die getroffenen Maßnahmen sind erforderlich, um die kommenden Herausforderungen meistern zu können. Schränken Sie bis dahin Ihre Sozialkontakte auf ein Minimum ein, auch wenn es sehr schwerfällt. Beachten Sie hierbei die Vorgaben des Landes. Halten Sie den gebotenen Abstand von mindestens anderthalb Metern ein. Nutzen Sie, wann immer es geht, das Telefon oder die Kommunikation per E-Mail. Verzichten Sie möglichst auf jegliche Reisen bzw. Besuche anderer und beachten Sie die Hygienemaßnahmen des Robert-Koch-Instituts.

Wir sind überzeugt davon, dass wir das gemeinsam schaffen und zu unserem gewohnten Alltag aus der Zeit vor dieser Ausnahmesituation zurückkehren werden. Dann allerdings gestärkt und gereift, aus den Erfahrungen dieser Tage. Aber das wichtigste: Bleiben Sie bitte gesund und halten Sie weiter zusammen!

Sigrid Nau, Vorsitzende des Kreistages von Ostprignitz-Ruppin

Ralf Reinhardt, Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin