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20.11.2020

Landrat Reinhardt: Zeitnahe Grünbrücken-Realisierung dringend erforderlich

In einem dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin vorliegenden Schreiben teilt das brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung mit, dass es die Autobahn GmbH des Bundes um vordringliche Planung der von Landrat Ralf Reinhardt bereits seit mehreren Jahren geforderten Grünbrücke über die Autobahn A24 in der Nähe von Rossow gebeten hat.

Die seit Januar 2020 zuständige Autobahn GmbH hat aufgrund der Bedeutung der Wiedervernetzung für Umwelt und Natur, aber nicht zuletzt auch mit Hinweis auf Aspekte der Verkehrssicherheit, eine zeitnahe Weiterführung der Projekte des Bundesprogramms Wiedervernetzung zugesichert, jedoch keine konkreten Zusagen dahingehend gemacht, dieses Projekt endlich umzusetzen.

Die Bundesautobahn A24 hat die größte Zerschneidungswirkung im Großraum der Kyritz-Ruppiner Heide. Gerade im Hinblick auf die geplante und seit Jahren geforderte Erweiterung des Naturparkes Stechlin-Ruppiner Land um das Gebiet der Kyritz-Ruppiner Heide hat die Grünbrücke eine besondere Bedeutung als Verbindungselement.

Landrat Ralf Reinhardt: „Bisher ist die A24 eine unüberwindbare Barriere für waldgebundene Wildtierarten mit großem Raumanspruch. Ein Verbindungselement „Grünbrücke“ zur Überquerung dieser Barriere hat für den Abschnitt bei Rossow daher größte Bedeutung. Dies gilt ebenso für die Vermeidung von Wildunfällen, die durch das Überwinden möglicher defekter Zaunabschnitte jederzeit möglich sind. Eine zeitnahe Realisierung ist hier dringend erforderlich. Dass hier die Verantwortlichkeiten über die Jahre zwischen Land und Bund hin- und hergeschoben werden und mangels Planungskapazitäten bisher nicht einmal die Grundlage zum Bau einer Grünbrücke geschaffen wurde, ist nicht mehr hinnehmbar. Soll die Wiedervernetzung mit dem damit verbundenen Erhalt der biologischen Vielfalt wirklich ein ernstgemeintes Ziel in Deutschland sein?“

Unterstützt wird Landrat Reinhardt durch das Kuratorium für den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land, aus dessen Kreis bereits ebenfalls seit mehreren Jahren gemeinsam mit dem Landkreis die Grünbrücke gefordert wird. Denn bis zum Jahr 2020 sollten nach der Biodiversitätsstrategie des Bundes von bestehenden Verkehrswegen keine erheblichen Beeinträchtigungen des Biotopverbundsystems mehr ausgehen. Dies ist im Abschnitt der A24 zwischen den Landesgrenzen zu Schleswig-Holstein und Berlin bis heute trotz zahlreicher Schriftwechsel mit den zuständigen Behörden nicht der Fall. "Wenn man so will ist die A24, was den Erhalt der Biodiversität angeht, eine neue harte Grenze zwischen Ost und West", so Landrat Reinhardt.