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27.07.2021

Versprechen eingelöst - Kevin Jerke spendet an das Netzwerk Gesunde Kinder OPR

Große Freude herrschte jüngst beim Netzwerk Gesunde Kinder in Kyritz. Denn Diana Schumacher, Netzwerkkoordinatorin für die Kleeblattregion, bekam für das gesamte Netzwerk in Ostprignitz-Ruppin eine Spende in Höhe von 500 Euro überreicht. „Das Geld kommt überraschend, aber freut uns sehr“, so Schumacher, „denn die Paten unseres Netzwerkes leisten einen wichtigen Beitrag für die Gesundheit der Kinder im gesamten Landkreis.“

Fragebogen für Menschen in Ostprignitz-Ruppin

Zustande kam die Spende, weil zahlreiche Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin einen Fragebogen für die Masterarbeit von Kevin Jerke ausgefüllt hatten. Der gebürtige Wusterhausener, der in Kyritz zur Schule gegangen ist und jetzt in Berlin lebt, hat nach seiner Ausbildung bei einer Krankenkasse seine Leidenschaft für das Thema Gesundheitsmanagement entdeckt. An der Hochschule für Oekonomie und Management (FOM) in Hannover hat er jetzt im Masterstudiengang Business Consulting und Digital Management seine Masterarbeit zum Thema "Perspektiven für die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung unter der Verwendung von E-Health am Beispiel des Landkreises Ostprignitz-Ruppin" geschrieben. „Es war eine zweiteilige Forschungsarbeit“, erklärt der 30-Jährige. Für diese führte er zum einen Expertengespräche unter anderem mit Landrat Ralf Reinhardt, mit Prof. Dr. Edmund Neugebauer, dem Präsidenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin, sowie mit Ärzten der Ruppiner Kliniken, um den Handlungsrahmen für den Einsatz von E-Health in der Region abzustecken. Zum anderen führte Kevin Jerke für die Masterarbeit eine Patientenbefragung durch. „Es ist wichtig so eine Analyse in einem ländlichen Kreis zu machen“, betonte Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt. Er halte die Arbeit von Kevin Jerke für unterstützenswert, besonders da es eine Verknüpfung zur MHB gegeben habe, und auch in der Hoffnung, dass das eine oder andere Ergebnis der Arbeit letztlich auch einen Nutzen für den Landkreis bringe. Das sieht auch Kevin Jerke so, der sich wünscht, dass mindestens eine der Handlungsempfehlungen zum Thema E-Health aus der Thesis im Landkreis entwickelt und zukünftig als digitales Produkt deutschlandweit für die Gesundheitsversorgung genutzt wird. Damit einhergehend erhofft sich der 30-Jährige zugleich eine Attraktivitätssteigerung für seine Heimatregion.

Ein Euro als Spende für jede Rückantwort

Um aber erst einmal möglichst viele Antworten zu seinem Fragebogen, der über die Sozialen Medien und andere Formate an mehrere hundert Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin verschickt wurde, zu erhalten, kündigte Kevin Jerke eine Spende von einem Euro für jedes zurückgesandte Exemplar an. Als Empfänger für die Spende standen das Netzwerk Gesunde Kinder e.V., der Initiative Jugendarbeit Neuruppin e.V.  sowie der Verein Stattwerke Zur Auswahl. 235 ausgefüllte Fragebögen erhielt Jerke letztlich zurück. Jeder Teilnehmende der Umfrage durfte zudem abstimmen, an welche der drei Organisationen das ausgelobte Spendengeld von Kevin Jerke gehen sollte. Die meisten Stimmen erhielt das Netzwerk Gesunde Kinder. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin stockte daraufhin die Spendensumme auf den vollen Betrag von 500 Euro auf, die nun gemeinsam von Landrat Ralf Reinhardt sowie Kevin Jerke an Diana Schumacher vom Netzwerk Gesunde Kinder übergeben wurde. Wofür das Geld genutzt werden soll, sei noch nicht klar, sagte sie, aber es gebe immer Bedarf.

Spendenübergabe Kevin Jerke Foto (von links): Kevin Jerke, Diana Schumacher vom Netzwerk Gesunde Kinder und Landrat Ralf Reinhardt

Die Idee der Arbeit findet Diana Schumacher überaus interessant, zumal die vergangenen Monate während der Corona-Pandemie gezeigt hätten, wie wichtig es sei, auch digitale Möglichkeiten zu haben, um den Kontakt zu den Familien nicht zu verlieren. „Wir mussten von jetzt auf gleich digital werden, aber eine Homepage alleine reicht nicht, um alle Familien zu erreichen.“ So werden jetzt auch soziale Medien genutzt, um die Arbeit des Netzwerkes nach außen zu tragen. Es gibt einen Facebook-Auftritt und über einen Instagram-Account werde nachgedacht, so Schumacher. Zudem befinde sich im Newsletter und auf dem Flyer vom Netzwerk Gesunde Kinder OPR ein QR-Code, über den Interessierte immer über die aktuellen Termine auf dem Laufen gehalten werden. Durch die jüngste Rücknahme der Corona-Beschränkungen sind jetzt auch wieder Gruppen-Treffen vor Ort oder Vorträge für Familien möglich. „Aber man merkt noch eine gewisse Zurückhaltung“, berichtet Diana Schumacher. Das sei anders als im Sommer 2020, als die Familien ihnen nach dem ersten Lockdown quasi die Hütte eingerannt hätten.

60 Paten und Patinnen betreuen rund 350 Familien

Rund 350 Familien in ganz Ostprignitz-Ruppin werden derzeit von rund 60 ehrenamtlichen Patinnen und Paten betreut, wobei die Betreuung bei der Schwangerschaft beginnen kann und mit dem dritten Geburtstag des Kindes endet. Es ist ein kostenloses Angebot für alle Familien im Landkreis. „Unsere Paten müssen ein offenes Ohr und ein offenes Herz haben“, erklärt die Netzwerkkoordinatorin, die der Überzeugung ist, dass man Gesundheit ganzheitlich denken muss. Dies wird auch den Paten vermittelt. Der letzte Durchgang der Paten-Ausbildung über vier Tage wurde aufgrund von Corona erstmals digital durchgeführt. „Das lief besser als erwartet“, so Diana Schumacher. Und auch der Zuspruch zu den digitalen Treffen der Babygruppen während der Pandemie war überraschend gut. „Vielen jungen Eltern fiel während Corona die Decke auf den Kopf, aber bei den digitalen Gruppentreffen konnten sich die Mütter austauschen, während ihre Babys schliefen. Das war wichtig“, betont die Fachfrau. Sie sieht außerdem Potential für ein digitales Angebot von Experten-Vorträgen auch nach Corona. So könnten auch Teilnehmende gewonnen werden, die sonst die weiten Wege im Flächenlandkreis OPR scheuen würden. Man denke deshalb über ein ergänzendes Online-Kursangebot nach. „Weniger bei Treffen von Paten mit ihren Familien, wo es einen Eins-zu-Eins-Austausch gibt spielt ein digitales Angebot eine Rolle. Aber bei Gruppenveranstaltungen oder Schulungen ist das eine gute Option“, so Schumacher. Einig war sie sich mit Landrat Ralf Reinhardt, dass jedoch nicht komplett digital gearbeitet werden sollte. „Der Mensch kommuniziert nicht ausschließlich über Sprache“, so Ralf Reinhardt, der E-Health jedoch als wichtige Ergänzung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sieht. Die Option einer Netzwerk-App, die von Kevin Jerke angeregt wurde, sei noch nicht überlegt worden, berichtete Diana Schumacher. So etwas müsse auch vom Brandenburger Landesverband des Netzwerkes Gesunde Kinder ausgehen, erklärte sie.

E-Health als Option für den ländlichen Raum

Der Einsatz von E-Health, also die Anwendung digitaler Technologien im Gesundheitswesen, sei besonders im ländlichen Raum ein wichtiger Faktor der Gesundheitsversorgung, ist auch Kevin Jerke überzeugt. Es sei die schnellste Möglichkeit, um die Ort-Zeit-Barriere zu überwinden und einen schnellen Austausch von Arzt und Patient oder eben auch von Paten und Netzwerk-Familien zu ermöglichen. So setzt er sich besonders für den Gedanken ein, das Thema Gesundheit präventiv anzugehen. „Prävention ist kein sexy Thema, man kann es aber sexy machen“, ist sich der 30-Jährige sicher. So könne man beispielsweise Spiele für Kinder zur Gesundheitsförderung entwickeln oder sogar ein entsprechendes Schulfach einführen. Dem Netzwerk Gesunde Kinder ist der präventive Gesundheitsgedanke keineswegs fremd. „Das machen wir schon. Wir nutzen die sensible Phase und springen da präventiv rein, wenn sich bei den Eltern alles um die Ernährung, die Gesundheit oder die Bewegung ihrer Kinder dreht“, erklärt Diana Schumacher die Netzwerk-Idee. „Wir wollen besonders die Freude an diesen Themen erhalten.“ Auch Kevin Jerke und Landrat Ralf Reinhardt schätzen deshalb die wichtige Arbeit des Netzwerkes. „Man kann gar nicht früh genug mit dem Thema beginnen.“

Für Kevin Jerke soll das Thema E-Health für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin mit Abgabe der Masterarbeit aber noch nicht beendet sein. Er plant, die Ergebnisse sowohl bei Veranstaltungen der MHB, als auch in den Fachausschüssen des Landkreises zu präsentieren. So will er noch stärker auf das Thema aufmerksam machen und weitere Unterstützer für seine Vision eines E-Health-Innovationslabors im Landkreis finden, um die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung in Ostprignitz-Ruppin gemeinsam zu gestalten.