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26.08.2021

Machbarkeitsstudie für ein digitales Alleenkataster

Die Alleen gehören zu Brandenburg wie die Berge zu Bayern. Entsprechend genießen die markanten Baumreihen in der Mark auch einen besonderen Schutz, geregelt durch § 17 des Brandenburgischen Naturschutzausführungsgesetzes. Alleen dürfen demnach nicht beseitigt, zerstört, beschädigt oder nachhaltig bzw. erheblich beeinträchtigt werden.

Diesem Schutzgedanken folgend hat die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin bereits im vergangenen Jahr über Instrumentarien nachgedacht, wie dem Schutz, dem Erhalt und Entwicklung unserer Alleen - und das sind im Landkreis geschätzte 300 Kilometer - Genüge getan werden kann. Dazu wurde ein Grundgerüst für einen so genannten "Masterplan Alleenschutz" aufgestellt. Eine wichtige Grundlage für einen solchen Masterplan ist die Erstellung eines Alleenkatasters, also eine Bestandsaufnahme und Bewertung der bestehenden Alleen. Dafür konnte die Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) für eine Kooperation gewonnen werden, die derzeit an einem bundesweiten Forschungsprojekt zur Erfassung und Sicherung von Alleen arbeitet.

Mit der Nutzbarkeit der daraus resultierenden Erkenntnise auf kommunaler Ebene hat sich nun der aus Bayern stammende Julian Garbe in Form einer Masterarbeit eingehend befasst. Der Titel seiner Arbeit lautete "Entwicklung eines Konzeptes für ein Alleenkataster im Landkreis Ostprignitz-Ruppin." Dabei ging es um eine Machbarkeitsstudie für ein digitales Alleenkataster in unserem Landkreis. Die Zielstellung: Die Entwicklung eines praxisorientierten Lösungsansatzes, um ein Alleenkataster in das digitale Geoportal OPR zu integrieren und später auch diese Daten den jeweiligen Straßenbaulastträgern bereitzustellen. Für seine Studie betrachtete der 33-jährige aber erst mal nur die Alleenbestände im Bereich Neuruppin. Für das spätere Alleenkataster für ganz Ostprignitz-Ruppin sei es allerdings sehr wichtig, betonte Julian Garbe bei der Vorstellung der Machbarkeitsstudie, dass der Landkreis und die Kommunen zusammenarbeiten und gemeinsam eine möglichst optimale Datenlage auf breiter Ebene aufbauen, auf die alle Beteiligten dann zugreifen könnten - in der Optimalvariante sogar auf Daten für jeden einzelnen Baum.

Karin Schönemann, Sachgebietsleiterin Natur und Straßen im Landkreis, kündigte in diesem Zusammenhang an, dem gesetzlichen Alleenschutz als untere Naturschutzbehörde bei der Landschaftsplanung künftig noch mehr Bedeutung beizumessen. Bei der Fortschreibung des Landschaftsrahmenplans seien die Bestands- und Bewertungsdaten eines Alleenkatasters eine wichtige Grundlage für weitere Maßnahmen und Zielsetzungen, um den Schutz und damit den Erhalt der Alleen weiter voranzubringen, so Schönemann.

Julian Garbe

Julian Garbe erläutert in der Kreisverwaltung das digitale Alleenkataster.