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26.08.2021

Spurensuche im Wald bei Großzerlang

Am 5. Dezember 1944 stürzte in einem Waldgebiet bei Großzerlang im äußersten Nordosten des Landkreises ein amerikanischer B17-Bomber mit seiner Besatzung ab. Überlebt hatte den Abschuss damals nur der Pilot, von zwei Flugzeuginsassen wurden nach dem Absturz die sterblichen Überreste gefunden. Aber was mit den übrigen acht Crew-Mitgliedern passierte, das ist bislang nicht bekannt.

Um das Schicksal auch dieser amerikanischen Soldaten zu klären, waren nun insgesamt 19 Mitglieder eines Suchteams an der Absturzstelle im Einsatz - bestehend aus US-Soldaten und Zivilisten der DPAA. Diese Abteilung des US-Verteidigungsministeriums konzentriert sich auf die Suche nach in Kriegen vermissten Landsleuten. Die Genehmigung für die Sucharbeiten bei Großzerlang hatte das u.a. auch für die Kriegsstätten zuständige Amt für öffentliche Sicherheit und Verkehr des Landkreises erteilt und darüber hinaus auch engen Kontakt zum Suchteam gehalten. Seit Ende Juni waren die Spezialisten damit beschäftigt, Sand und Erde von Bruchstückchen aus Metall oder Aluminium der Absturzmaschine zu trennen, die teilweise nur wenige Millimeter groß sind. Auch Knochenreste wurden gesichert, wobei noch unklar ist, ob es sich um menschliche oder tierische Knochen handelt. Die Auswertung kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Alle Fundstücke werden zurück in die USA gebracht und dort in Laboren untersucht. Im besten Fall gelingt die Hauptaufgabe, nämlich die Identifizierung der Soldaten durch einen DNA-Nachweis und damit für die noch lebenden Angehörigen die Gewissheit, was mit den Vermissten während des Krieges tatsächlich passiert ist. Inzwischen ist die US-Einheit wieder abgereist, eine Rückkehr nach Ostprignitz-Ruppin für weitere Suchaktionen wird aber nicht ausgeschlossen.

In diesem Zusammenhang weist die Kreisverwaltung ausdrücklich darauf hin, dass es verboten ist, auf Kriegsstätten nach Kriegstoten, Uniformen oder sonstigen Kleidungsstücken, Erkennungsmarken oder sonstigen Gegenständen, die der Identifizierung dienen, Nachlassgegenständen, Auszeichnungen sowie militärischem Gerät zu suchen, diese auszugraben oder in Besitz zu nehmen. Das Verbot erstreckt sich auch auf die Benutzung von Sonden und anderen technischen Hilfsmitteln, wenn hierdurch Kriegstote sowie die in diesem Zusammenhang stehenden Gegenstände zutage gefördert oder gefährdet werden können.

Einzelheiten, auch zur Definition von Kriegstoten und Kriegsstätten, können der Ordnungsbehördlichen Verordnung des Landes Brandenburg zum Schutz von Kriegsstätten vom 31. März 2014 entnommen werden.

SpurensucheSpurensuche im Absturzgebiet bei Großzerlang.