Zur Startseite

Volltextsuche

 

Seiteninhalt

21.10.2021

Niederschläge können Wasserknappheit nicht ausgleichen

Auch wenn der zurückliegende Sommer in der Wahrnehmung vieler Bürgerinnen und Bürger als eher durchwachsen, kühl und verregnet in Erinnerung bleiben wird, so muss dennoch festgestellt werden, dass die Niederschlagsmengen insgesamt immer noch nicht so ausreichend sind, um die Defizite der letzten Dürrejahre auszugleichen. Zu diesem Ergebnis kommt die untere Wasserbehörde des Landkreises Ostprignitz-Ruppin in ihrem aktuellen Bericht zum Wasserhaushaltsjahr 2021, der jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Es herrscht weiterhin ein Wassermangel, bilanziert Dirk Geißler aus dem Bereich Gewässerbewirtschaftung bei der unteren Wasserbehörde. Zwar gab es in den vergangenen Monaten immer wieder Phasen mit hohen Niederschlagsintensitäten, oft verbunden mit einem zeitlich und räumlich ungleichmäßig verteilten Starkregenphänomenen. Die Folge war aber auch eine schnelle Sättigung der oberen Bodenschichten, was zugleich zu einem verstärkten Wasserabfluss an der Oberfläche führte. Oder anders gesagt: Der Boden konnte wie ein durchnässter Schwamm kein Wasser mehr aufnehmen, was wiederum auf Kosten der Grundwasserneubildung ging. Darüber hinaus führten die Temperaturen, die häufig in diesem Jahr über den monatlichen Mittelwerten lagen, zu einer stärkeren Verdunstung und insgesamt zu einer Zehrung der Wasserressourcen. Aber auch die so gut wie ausgebliebenen Schneefälle im vergangenen Winter beeinflussten die Grundwasserneubildung negativ. Entsprechend mussten bereits frühzeitig in diesem Wasserhaushaltsjahr, das immer am 31. Oktober eines Jahres endet, Maßnahmen von der unteren Wasserbehörde des Landkreises ergriffen werden, wie beispielsweise eine Anordnung zum Aufstau der Rheinsberger Gewässer und der Giesenschlagseen am Oberlauf des Rhins. Eine Allgemeinverfügung zum Verbot der Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern wurde zwar vorsorglich vorbereitet, musste aber letztlich aufgrund der teils kräftigen Niederschläge im Sommer doch nicht erlassen werden.

Wie die untere Wasserbehörde weiter berichtet, bereitet das Land Brandenburg die Umsetzung eines Niedrigwasserkonzepts vor. Dieses Konzept eines Niedrigwasserwarnsystems mit zwei Warnstufen soll künftig u.a. 25 Kontrollpegel umfassen, darunter die für den Landkreis Ostprignitz-Ruppin bedeutsamen Pegel am Rhin in Rhinow (UP-Wehr), an der Dosse in Hohenofen (Oberpegel) sowie an der Jäglitz in Kyritz (B5-Brücke). Flussgebietsbezogene Niedrigwasserkonzepte im Landkreis sollen die Gebiete Elbe-Dosse-Jäglitz (mit der Talsperre Dossespeicher Kyritz) und Elbe-Rhin (mit dem Rhinspeichersystem) berücksichtigen. Die Steuerung und Koordinierung wird durch das Land erfolgen.

DirkGeissler

Dirk Geißler von der unteren Wasserbehörde des Landkreises in Neuruppin.