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30.07.2026

Landrat kritisiert Äußerungen des Landesverkehrsministers zum regionalen Bahnverkehr

Mit klaren Worten hat Landrat Ralf Reinhardt auf Äußerungen des Landesverkehrsministers reagiert, wonach der Ausbau von Bahnstrecken in den kommenden Jahren kein Thema sein soll. "Den Menschen in der Region wird seit Jahren ein Halbstundentakt beim RE 6 für Neuruppin versprochen. Es darf und kann nicht sein, dass davon nun abgerückt werden soll", erklärt der Landrat.

Ralf Reinhardt weiter: "Neuruppin ist keine Stadt zweiter Klasse. Doch dieses Gefühl haben die Menschen mittlerweile, wenn schon vor Jahren berechtigt Zusagen gemacht wurden, diese aber letztlich nicht eingehalten werden. Die aktuelle Situation beim Prignitz-Express ist mit einer Pünktlichkeit von um die 60 Prozent nicht akzeptabel. Auch die Anbindung des RE 6 am Berliner Stadtrand an die S-Bahn in Hennigsdorf ist im Verhältnis zu anderen Städten Brandenburgs regelrecht aus der Zeit gefallen. Es wäre doch auch nicht vorstellbar, wenn man aus Brandenburg an der Havel kommend in Potsdam oder aus Eberswalde in Bernau in die S-Bahn umsteigen müsste, um in die Berliner Innenstadt zu gelangen. Das ist eine Zumutung, die wir nicht hinnehmen können."

Zugleich verweist der Landrat auf bereits vorliegende Lösungsmodelle, um auch ohne Ausbau einen Halbstundentakt für Neuruppin sowie eine direkte Anbindung an die Berliner Innenstadt zu erreichen. So könnte die Alternativstrecke des RE 6 von Neuruppin über Löwenberg und Oranienburg bis nach Berlin-Gesundbrunnen erneut reaktiviert werden. "Es war ein Fehler, den Betrieb auf dieser Strecke wieder einzustellen. Schon bei der Sperrung der Stammstrecke zwischen Neuruppin und Hennigsdorf konnte die Route über Oranienburg bis Gesundbrunnen im Alltagsbetrieb ihre Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Ein Halbstundentakt wäre damit für Neuruppin auch ohne einen sehr großen Kosten- und Bauaufwand realisierbar. Die Vorschläge, den RE 6 besser und zuverlässiger fahren zu lassen, liegen also auf dem Tisch, aber es mangelt offenkundig am Willen bei den Verantwortlichen, sich damit ernsthaft auseinanderzusetzen und für eine direkte Anbindung unserer Region an die Hauptstadtregion zu sorgen."

Nach den Sommerferien will sich Landrat Ralf Reinhardt mit Brandenburgs Verkehrsminister Robert Crumbach zusammensetzen und das Thema RE 6 erörtern, ebenso wie die mögliche Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke zwischen Neuruppin und Neustadt (Dosse) sowie die schon seit Jahren geforderte durchgängige Verbindung von Neustadt (Dosse) an die Ostsee über Kyritz, Pritzwalk, Meyenburg und Güstrow.

"Die Strecke von Neustadt bis kurz vor Meyenburg ist bereits saniert worden, ein Gutachten belegt zudem den Nutzen. Jetzt müssen unbedingt die Weichen gestellt werden für den weiteren Ausbau bis an die Ostsee – mit akzeptablen Geschwindigkeiten. Natürlich kostet das Geld, aber die Haushaltslage darf nicht über die Entwicklung einer ganzen Region entscheiden. Ich finde, wir müssen endlich den Mut aufbringen, Visionen auch umzusetzen. Die Menschen erwarten weniger Diskussionen, sondern die Lösung von Problemen. Und das nicht nur beim Bahnverkehr“, so der Landrat.

Für die Dauer der Bauarbeiten auf der gesperrten Stammstrecke fuhr der RE 6 mehrere Monate lang über Löwenberg und Oranienburg direkt bis zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen (Foto). Der Landkreis OPR setzt sich dafür ein, diese Alternativstrecke zu reaktivieren, um eine direkte Verbindung in die Berliner Innenstadt und einen Halbstundentakt für Neuruppin zu erreichen. © LK OPR
Für die Dauer der Bauarbeiten auf der gesperrten Stammstrecke fuhr der RE 6 mehrere Monate lang über Löwenberg und Oranienburg direkt bis zum Bahnhof Berlin-Gesundbrunnen (Foto). Der Landkreis OPR setzt sich dafür ein, diese Alternativstrecke zu reaktivieren, um eine direkte Verbindung in die Berliner Innenstadt und einen Halbstundentakt für Neuruppin zu erreichen. © LK OPR

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