Gegen das Vergessen!
Vor 81 Jahren: Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz
An zahlreichen Orten wird in diesen Tagen wieder an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Am 27. Januar 1945 hatten sowjetische Soldaten das deutsche Konzentrationslager Auschwitz befreit, in dem alleine mindestens 1,1 Millionen Menschen ermordet wurden - die allermeisten von ihnen waren jüdischen Glaubens. Der Tag des Gedenkens am 27. Januar ist in Deutschland seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. 2005 verabschiedete die Vollversammlung der Vereinten Nationen eine Resolution, die diesen Tag zum weltweiten Gedenktag erklärte.
Auch im Landkreis OPR haben Gedenkveranstaltungen stattgefunden, so etwa in Kyritz, Fehrbellin und Wittstock/Dosse. Bei dem Gedenken in Neuruppin legten unter anderem Bürgermeister Nico Ruhle, Landrat Ralf Reinhardt sowie der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Sven Deter, Blumen und einen Kranz am OdF-Denkmal in der Nähe des Schulplatzes nieder.
Vertreter:innen von "Omas gegen Rechts" und des Aktionsbündnisses "Neuruppin bleibt bunt" trugen Texte von Zeitzeug:innen vor, die von den Demütigungen, Qualen und dem unvorstellbaren Morden in den Vernichtungslagern berichteten. Ein Text stammte dabei von Fritz Lettow, der sich als Häftlingsarzt in Konzentrationslagern für seine Mithäftlinge eingesetzt hatte, nachzulesen in dem Buch "Arzt in den Höllen". Von 1953 bis zu seinem Tod im Jahr 1989 war er Bürger der Stadt Neuruppin.
Bei den gehaltenen Gedenkreden wurde vor allem die große Bedeutung der Erinnerung an das Geschehene betont. Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle hob hervor, dass Erinnern auch Handeln heiße: "Es bedeutet, heute aufzustehen, wenn Menschen ausgegrenzt werden. Es bedeutet, heute zu widersprechen, wenn Hass gesät wird. Lassen Sie uns die Erinnerung wachhalten - nicht nur als Blick zurück, sondern als Kompass für unsere gemeinsame Zukunft in Freiheit und Demokratie. Wir werden die Opfer nicht vergessen."
Auch Landrat Ralf Reinhardt erklärte, dass gerade heute die Erinnerung an die Verbrechen von damals erforderlicher sei denn je. "Dieser 27. Januar ist nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, er ist auch Verpflichtung und ein Appell, Antisemitismus, Rassismus und Ausgrenzung in der Gegenwart entgegenzutreten. Ich wünsche uns allen die Kraft, solchen Worten Taten folgen zu lassen. Ich weiß, manchmal fehlt diese Kraft und der Glaube daran, aber ich bin voller Zuversicht, dass am Ende das Gute und damit auch die Vernunft siegen werden."