Der Jugendhilfeausschuss des Landkreises OPR hat eine wegweisende Entscheidung für die Zukunft der regionalen Familienhilfe getroffen und die neue Konzeption "Familienunterstützende Angebote" beschlossen. Ab dem 1. Juli 2026 wird das bisherige System grundlegend modernisiert, um künftig Familien in allen zehn Kommunen des Landkreises gleichermaßen zu erreichen.
Während die Unterstützung bislang auf vier feste Standorte in Kyritz, Wusterhausen/Dosse, Wittstock/Dosse und Rheinsberg begrenzt war, sorgen künftig flexible und wohnortnahe Angebote für eine flächendeckende Versorgung direkt vor Ort. Damit erhalten erstmals auch Familien in Fehrbellin, Heiligengrabe, im Amt Lindow (Mark), Neustadt (Dosse), im Amt Temnitz und in Neuruppin systematische Angebote in ihrer unmittelbaren Nähe.
Die Neuausrichtung ist das Ergebnis eines umfassenden Evaluationsprozesses, der bereits im Oktober 2024 startete. Eine landkreisweite Befragung ergab dabei ein deutliches Bild: In unserem rund 2.500 Quadratkilometer großen Flächenlandkreis wünschen sich Familien Angebote, die ohne lange Anfahrtswege in vertrauten Einrichtungen wie Kitas oder Gemeindezentren stattfinden.
Um diesen Bedarf zu decken, stellt der Landkreis von einer "Komm-Struktur" auf eine flexiblere „Geh-Struktur“ um. Trotz dieser deutlichen Ausweitung der Erreichbarkeit bleibt der finanzielle Rahmen stabil: Das Budget für die familienunterstützenden Leistungen bleibt mit 490.000 Euro unverändert.
Im Vorfeld der Entscheidung gab es öffentliche Diskussionen über die Kommunikation und die Ausgestaltung des Konzepts. Der Landkreis stellt hierzu klar, dass die neue Strategie in einem sehr breiten, partizipativen Prozess unter Einbeziehung von Fachkräften und Kommunen erarbeitet wurde. So wurde auch die Stadt Rheinsberg seit Februar 2025 wiederholt und nachweislich zur Mitgestaltung eingeladen, nahm jedoch Termine im Sommer und Herbst 2025 nicht wahr, sodass ein fachlicher Austausch erst im Januar 2026 zustande kam.
Die nun beschlossene Konzeption folgt dem gesetzlichen Auftrag zur bedarfsgerechten Planung und stellt sicher, dass Angebote nicht etwa gekürzt, sondern fachlich sinnvoll umgesteuert werden, um mehr Familien als bisher zu erreichen. Neben den neuen flexiblen wohnortnahen Angeboten bleiben bewährte Säulen wie die Gutscheinaktion für Familienbildung und die alle zwei Jahre stattfindende Familienfreizeit erhalten.
Die vollständige Konzeption wird in Kürze auf der Homepage des Landkreises veröffentlicht. Bereits Anfang April 2026 beginnt das offizielle Interessenbekundungsverfahren für Träger, damit die neuen Angebote pünktlich zum 1. Juli 2026 an den Start gehen können.