Der Aufsichtsrat der PRO Klinik Holding GmbH hat jüngst einstimmig die Investition beschlossen: 674.000 Euro würde die OGD Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste GmbH, eine Tochtergesellschaft des ukrb, in das geplante Interims-MVZ an der Ackerstraße in Wittstock/ Dosse investieren. Bei einem Vor-Ort-Termin wurde das Projekt der Presse vorgestellt.
Die OGD würde die medizintechnische Ausstattung, IT und Ersteinrichtung dabei vollständig aus eigenen Mitteln finanzieren. Gemeinsam mit dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin könnte so eine Interimslösung entstehen, die von der Schließung des KMG-Krankenhauses Ende 2026 bis zur Eröffnung des Gesundheitscampus „Alte Tuchfabrik" im Jahr 2030 die fachärztliche Versorgung in Wittstock sichern würde. Ab Oktober 2026 könnten Patientinnen und Patienten in Wittstock in vier wichtigen Fachbereichen versorgt werden: Kardiologie, Gastroenterologie, Dermatologie und Neurologie. Der Standort Ackerstraße 14, ein Gebäude des Landkreises, würde ab Mai für die medizinische Nutzung umgebaut. Der Landkreis würde Innenausbau und Außenanlagen, also Parkplätze und Zuwegungen, für 95.000 Euro übernehmen.
Damit die Interimslösung realisiert werden kann, muss die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) zunächst die Gründung eines neuen MVZ genehmigen und darüber hinaus den Versorgungsbedarf in den relevanten Fachrichtungen anerkennen. Die Gespräche mit dem Zulassungsausschuss sind bereits aufgenommen. Parallel dazu müssen bis zur geplanten Eröffnung im Oktober 2026 geeignete Fachärztinnen und Fachärzte sowie das notwendige Assistenzpersonal gewonnen werden.
Das geplante Interims-MVZ an der Ackerstraße wäre mehr als eine Notlösung. Es wäre der erste Schritt einer langfristig gesicherten medizinischen Versorgung für die gesamte Region. Während die vier Fachpraxen ab Herbst die Versorgung vor Ort übernehmen könnten, entsteht parallel in der Tuchfabrik am Walter-Schulz-Platz das eigentliche Leuchtturmprojekt: der Gesundheitscampus Wittstock. Auf 4000 Quadratmetern werden dort zwölf Fachrichtungen arbeiten, ein ambulantes OP-Zentrum, ein Herzkatheterlabor und eine Endoskopie-Einheit kommen hinzu. Das Land Brandenburg fördert den Bau mit 24 Millionen Euro, die Stadt Wittstock steuert drei Millionen bei. Nach der Eröffnung 2030 rechnet das ukrb mit 150.000 Patientinnen und Patienten pro Jahr.
„Wir stehen zu unserem Wort und übernehmen in Wittstock/ Dosse und Umgebung Verantwortung für eine dauerhafte und zuverlässige Versorgung mit mehreren fachärztlichen Angeboten. Dafür investieren wir jetzt bereits mit einer Vorstufe der zukünftigen großen Poliklinik an der Ackerstrasse und bitten dafür um weitere Unterstützung durch das Land, die Stadt, die Krankenkassen und durch die kassenärztliche Vereinigung. Nur gemeinsam kann die medizinische Versorgung hier auf die wachsenden Herausforderungen ausgerichtet werden", sagte Ralf Reinhardt, Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.
„Wenn ein Krankenhaus schließt, darf die Antwort nicht Schweigen sein. Wir haben gehandelt – gemeinsam mit dem Landkreis, schnell und mit klarer Haltung. Genau das ist regionale Verantwortung. Dass unsere Tochtergesellschaft, die OGD unter Leitung von Susanne Rost, die gesamte medizinische Ausstattung vollständig aus eigenen Mitteln stemmt – das zeigt, wie stark und breit wir als ukrb aufgestellt sind", erklärte Alexander H. Lottis, Geschäftsführer des ukrb.
Über das Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg (ukrb):
Das Universitätsklinikum Ruppin-Brandenburg ist das führende Krankenhaus der Region und akademisches Lehrkrankenhaus. Es versorgt jährlich Tausende Patientinnen und Patienten aus Brandenburg und dem Berliner Umland und setzt auf eine kontinuierliche Weiterentwicklung seiner medizinischen und technologischen Standards. Als umfassendes Notfallversorgungszentrum versorgt das ukrb jährlich rund 25.000 Akut- und Notfallpatienten in seinem Integrierten Notfallzentrum (INZ).
Über die Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste (OGD)
Die Ostprignitz-Ruppiner Gesundheitsdienste GmbH (OGD) ist ein ambulant-fachärztlicher Maximalversorger mit Standorten in Neuruppin, Wittstock und Brandenburg an der Havel. Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 betreibt die OGD drei Medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit insgesamt 32 Facharztsitzen sowie zwei spezialisierte Institute für Labormedizin, Mikrobiologie, Pathologie und Zytologie. Rund 400 Mitarbeitende versorgen jährlich mehr als 200.000 Patientinnen und Patienten ambulant und setzen dabei auf kurze Wege, präventive Gesundheitsangebote und eine ganzheitliche Betreuung. Das Leistungsspektrum reicht von der Frühförderung über das Sozialpädiatrische Zentrum bis hin zum Ambulanten Operationszentrum (AOZ). Die OGD ist Teil der PRO Klinik Holding GmbH und wurde 2025 als eines der innovativsten Unternehmen Deutschlands ausgezeichnet.