REG Nordwestbrandenburg startet mit neuer Geschäftsführung in die nächste Entwicklungsphase
Die REG Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg mbH steht vor einem bedeutenden Neustart. Als zentraler Akteur für die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin übernimmt die Gesellschaft eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung nachhaltiger Wachstumsprozesse, der Stärkung regionaler Unternehmen und der Sicherung von Fachkräften.
Nach einer herausfordernden Phase, geprägt durch den tragischen Tod des damaligen Geschäftsführers Christian Fahner – ein schwerer Schicksalsschlag für das REG-Team, war es notwendig, innezuhalten, Strukturen zu überprüfen und die strategische Ausrichtung der Gesellschaft grundlegend zu schärfen. Die vergangenen Monate waren daher von intensiver Analyse, enger Abstimmung unter den Gesellschaftern und einer ehrlichen Bestandsaufnahme geprägt.
In dieser Zeit übernahm Ute Behnicke interimsweise die Verantwortung für die Gesellschaft. Sie führte die Mitarbeitenden durch eine Phase der Trauerbewältigung und Neuausrichtung, stabilisierte die internen Strukturen, baute das Team wieder auf und trug maßgeblich dazu bei, die REG organisatorisch und inhaltlich neu auszurichten. Die Gesellschafter sprechen ihr hierfür ihren ausdrücklichen Dank und ihre Anerkennung aus.
Im weiteren Verlauf übernahm Steffen Müller Verantwortung in der Geschäftsführung und begleitete den fortlaufenden Neuausrichtungsprozess. Er wird auf eigenen Wunsch die REG zum 31. Juli 2026 verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Die Gesellschafter danken Herrn Müller für sein Engagement für die Region.
Zweck der Gesellschaft ist es, die wirtschaftliche, soziale, kulturelle und touristische Entwicklung der Region Nordwestbrandenburg durch geeignete Maßnahmen zu fördern. Dieser Zweck wird insbesondere verwirklicht durch die Initiierung, Vorbereitung, Begleitung und Durchführung von Projekten, die
- der Förderung der Wirtschaft dienen, insbesondere durch Infrastrukturvorhaben, Gewerbeflächenmanagement und -entwicklung sowie:
- Standort- und Regionalmarketing,
- der Sicherung der Fachkräftebasis dienen, insbesondere durch Identifizierung des Bedarfs sowie
- die Entwicklung von Strategien zur Aktivierung und Beschäftigungssicherung,
- den Technologietransfer unterstützen,
- sowie dem Ausbau und der Vernetzung des kulturellen und touristischen Angebots dienen.
Weiterer Gegenstand der Gesellschaft ist der Betrieb eines Gründer- und Innovationszentrums, mit dem die Gründung neuer Unternehmen sowie die Entwicklung junger Menschen gefördert werden, die neue Technologien, Güter oder Verfahren erfinden, produzieren und vermarkten.
Herausforderungen der vergangenen Jahre
In der Rückschau wurde deutlich, dass die REG in einem zunehmend komplexen Umfeld agierte. Überschneidungen mit bestehenden Wirtschaftsförderstrukturen in der Region führten teilweise zu Unklarheiten in Zuständigkeiten, Doppelarbeiten und ineffizientem Ressourceneinsatz. Gleichzeitig standen Themen wie Fachkräftemangel, Transformationsdruck in der Wirtschaft sowie steigende Anforderungen an Fördermittelakquise und Standortprofilierung im Fokus.
Hinzu kam, dass sich die Erwartungen an moderne Regionalentwicklungsgesellschaften gewandelt haben: Neben klassischer Projektarbeit sind heute strategische Steuerung, Netzwerkmanagement und die gezielte Initiierung von Innovationsprozessen gefragt.
Klare Strukturen als Fundament der Neuausrichtung
Vor diesem Hintergrund haben die Gesellschafter – unter anderem Landrat Ralf Reinhardt und die Vorsitzende der Gesellschafterversammlung Anja Blumenstein – eine klare strategische Neuausrichtung beschlossen.
Zentrales Ergebnis ist eine deutliche Abgrenzung der Aufgabenbereiche:
- Die REG konzentriert sich künftig auf strategische Regionalentwicklung, übergreifende Projekte, Fördermittelmanagement sowie Standortmarketing auf überregionaler Ebene
- Die kommunalen und regionalen Wirtschaftsförderer bleiben erste Ansprechpartner für Unternehmen vor Ort und kümmern sich um operative Ansiedlungs- und Bestandsbetreuung.
Diese klare Rollenverteilung schafft Transparenz, vermeidet Doppelstrukturen und stärkt die Effizienz aller beteiligter Akteure.
Neue Führung – neue Impulse
Mit Felix Kalvelage konnte ein erfahrener und regional bestens vernetzter Geschäftsführer für die REG gewonnen werden. Bereits 2019 bis 2023 war er als Referent für strategische regionale Entwicklung tätig und kennt die Herausforderungen sowie Potenziale der Region genau.
„Mir als Vorsitzende der Gesellschafterversammlung - und ich darf hierbei im Namen aller Gesellschafter sprechen – ist es ganz besonders wichtig, dass wir einen Geschäftsführer an der Spitze haben, der für seine Aufgaben brennt und mit Herzblut die wirtschaftlichen Herausforderungen, aber vor allem unsere Potenziale herausstellt und das sichtbar macht, was uns außergewöhnlich und stark macht.“, so Anja Blumenstein.
Seine fachlichen Schwerpunkte liegen insbesondere in:
- Der Entwicklung von Investitionsförderstrategien
- Der Positionierung von Standorten im Wettbewerb
- Der erfolgreichen Akquise und Nutzung von Fördermitteln
Mit diesem Profil bringt er die Voraussetzungen mit, um die REG in ihrer neuen Rolle wirkungsvoll zu führen und weiterzuentwickeln.
Konkrete Ziele für die Zukunft
Die REG richtet ihren Blick klar nach vorn. Zu den zentralen Zielen der kommenden Jahre zählen:
- Stärkung der regionalen Wettbewerbsfähigkeit durch gezielte Entwicklungsprojekte
- Aktive Fachkräftegewinnung und -bindung, unter anderem durch die Übernahme des Projektes „JobStart“ zum 1. Mai 2026 und dem Aufbau einer „Zukunftsagentur“ bzw. der Willkommensagentur. Im Mittelpunkt steht eine klare Strategie zur Gewinnung von neuen Einwohner:innen, Rückkehrenden sowie qualifizierten Fachkräften aus dem In- und Ausland.
- Professionalisierung der Fördermittelakquise, um zusätzliche finanzielle Spielräume für die Region zu erschließen
- Ausbau von Netzwerken zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Bildung und Politik
- Strategisches Standortmarketing, um den Landkreis als attraktiven Wirtschafts- und Lebensraum zu positionieren
Darüber hinaus soll die REG künftig verstärkt als Impulsgeber auftreten, der innovative Projekte initiiert und regionale Transformationsprozesse aktiv begleitet.
Gemeinsames Ziel: Eine starke Region
Die Neuausrichtung der REG ist ein gemeinsames Signal der Gesellschafter für Stabilität, Klarheit und Zukunftsorientierung. Mit klar definierten Strukturen, einer klaren Führung und einem fokussierten Aufgabenprofil ist die Gesellschaft gut aufgestellt, um die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis nachhaltig zu unterstützen.
„Unser Ziel ist es, die Kräfte in der Region zu bündeln und die REG zu einem noch wirksameren Instrument der Regionalentwicklung zu machen“, betont Ralf Reinhardt. „Mit der neuen Struktur schaffen wir die Grundlage dafür, die Herausforderungen der Zukunft aktiv und erfolgreich zu gestalten.“