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Verkehrsminister Robert Crumbach informiert sich über Bahnthemen in der Region

Landesverkehrsminister Robert Crumbach bei einem Zwischenhalt des Sonderzuges in Neustadt (Dosse) mit Landrat Ralf Reinhardt. © LK OPR
Landesverkehrsminister Robert Crumbach bei einem Zwischenhalt des Sonderzuges in Neustadt (Dosse) mit Landrat Ralf Reinhardt. © LK OPR

Wie geht es weiter mit der Dauerbaustelle RE 6? Welches Potenzial hat die Verbindung von Neuruppin nach Neustadt (Dosse)? Und wann können Züge über Kyritz und Meyenburg bis an die Ostsee fahren? Um diese und andere für die Region wichtige Eisenbahnthemen ging es bei einer Sonderzugfahrt von Löwenberg im Landkreis Oberhavel über Neuruppin, den Temnitzpark, Kyritz bis nach Blumenthal mit Verkehrsminister Robert Crumbach. Eingeladen zu der Fahrt mit einem roten Triebwagen der Hanseatischen Eisenbahn GmbH hatte die Deutsche Eisenbahn Service und Anlagen GmbH (DESAG).

Der Bahnexperte und ehemalige DB-Manager Hans Leister (rechts im Bild) im Gespräch mit den Gästen des Sonderzuges zwischen Löwenberg und Neuruppin. © LK OPR
Der Bahnexperte und ehemalige DB-Manager Hans Leister (rechts im Bild) im Gespräch mit den Gästen des Sonderzuges zwischen Löwenberg und Neuruppin. © LK OPR

Die DESAG betreibt unter anderem die Strecke von Neuruppin nach Löwenberg, auf der bis zum 1. Mai 2026 während der Bauarbeiten bei der Kremmener Bahn ersatzweise der RE 6 (Prignitz-Express) unterwegs war. Eine alternative Fahrstrecke nach Berlin-Gesundbrunnen, die bei vielen Fahrgästen gut ankam, weil zuverlässiger und schneller als der RE 6 über Kremmen nach Hennigsdorf. Darauf wies auch Landrat Ralf Reinhardt die mitfahrenden Journalist:innen und Landespolitiker:innen hin und warb erneut für die von ihm vorgeschlagene Pendelstrecke zwischen Neuruppin und Löwenberg als Zwischenlösung für den Fall von Störungen auf der Stammstrecke des RE6. Solange sich auf der Kremmener Bahn der lange geforderte Halbstundentakt durch ausbleibende Baumaßnahmen für Kreuzungsbahnhöfe in Kremmen und Wustrau-Radensleben weiter verzögert, könnte ein solcher Pendelzug nach Löwenberg den dort alle zwei Stunden haltenden RE 5 erreichen und damit die Fahrt nach Berlin leichter machen, so der Landrat. Eine Durchfahrt bis nach Gesundbrunnen – wie bis zum 1. Mai 2026 – ist allerdings aus fahrorganisatorischen Gründen leider nicht möglich. Darauf wies auch der Verkehrsminister hin.

Blick aus dem Führerstand des Sonderzuges auf einem Streckenabschnitt zwischen Neuruppin und Neustadt (Dosse). Aufgrund des Zustands der Gleise dürfen Züge hier nur mit 10 km/h fahren. © LK OPR
Blick aus dem Führerstand des Sonderzuges auf einem Streckenabschnitt zwischen Neuruppin und Neustadt (Dosse). Aufgrund des Zustands der Gleise dürfen Züge hier nur mit 10 km/h fahren. © LK OPR

Ein weiteres Thema war die ebenfalls von der DESAG unterhaltene Bahnstrecke zwischen Neuruppin und Neustadt (Dosse). Während der umfangreichen Baumaßnahme an der Bahnstrecke Berlin-Hamburg diente diese Verbindung unter anderem dem Transport von Baumaterial, erläuterte DESAG-Geschäftsführer Dr. Ralf Böhme bei einer Präsentation im Sonderzug.

Auch künftig könnten hier Güterzüge fahren, etwa um das Gewerbegebiet Temnitzpark weiter anzubinden. Eine Fachanalyse sieht aber auch Potenzial für den Personenverkehr auf dieser Strecke, etwa für Fahrgäste, die über Neustadt (Dosse) und Wittenberge weiter nach Hamburg oder an die Ostsee möchten. In einem weiteren Schritt soll nun eine Studie untersuchen, ob sich eine solche Strecke auch volkswirtschaftlich rechnen würde. Landrat Ralf Reinhardt betonte in diesem Zusammenhang, dass es oft besser sei, unabhängig von einer solchen Kosten-Nutzen-Rechnung zunächst ein solches Angebot zu schaffen, um daraus dann eine Nachfrage zu entwickeln. Auch andere Verkehrsexpert:innen unterstützen diese Sichtweise.

Erst Mitte Juni dieses Jahres dürfen wieder Züge im Bahnhof Neustadt (Dosse) nach Ende der Bauarbeiten auf der Hamburger Bahn wieder halten. Für den Sonderzug wurde eine Ausnahme gemacht. © LK OPR
Erst Mitte Juni dieses Jahres dürfen wieder Züge im Bahnhof Neustadt (Dosse) nach Ende der Bauarbeiten auf der Hamburger Bahn wieder halten. Für den Sonderzug wurde eine Ausnahme gemacht. © LK OPR

Wie sehr sich die Menschen in ihrer Region für einen funktionierenden, gut ausgebauten sowie zuverlässigen Bahnverkehr einsetzen, zeigte nicht nur der letzte Abschnitt dieser Sonderzugreise zwischen dem modernisierten und bald wieder freigegebenen Neustädter Bahnhof und dem offiziellen Endhalt Blumenthal. In Wutike im Landkreis Prignitz hatten Mitglieder einer Initiative für einen Zwischenhalt des Verkehrsministers ein Schild mit Pfeil Richtung Ostsee angebracht. Damit verbunden ist der Wunsch, regelmäßig Züge Richtung Mecklenburg-Vorpommern fahren zu lassen und so für eine attraktive Bahnverbindung an die Ostsee zu sorgen. Außerdem könnte es dann auch einen häufigeren Halt in Wutike und anderen Orten entlang der Strecke des RB73/74 geben. Derzeit halten die Züge am Wochenende nur alle vier Stunden, was bei vielen Menschen große Enttäuschung verursacht.

Entlang der Strecke des Sonderzuges machten Initiativen von Bürger:innen ihrem Unmut Luft, wie hier in Wutike. Gefordert werden unter anderem eine deutliche Verbesserung des Zugverkehrs und eine Verbindung zur Ostsee. © LK OPR
Entlang der Strecke des Sonderzuges machten Initiativen von Bürger:innen ihrem Unmut Luft, wie hier in Wutike. Gefordert werden unter anderem eine deutliche Verbesserung des Zugverkehrs und eine Verbindung zur Ostsee. © LK OPR

Am Endbahnhof der Sonderfahrt in Blumenthal wartete auf Robert Crumbach noch eine weitere Initiative mit ihrem Anliegen. Ihre Mitglieder waren extra aus Fretzdorf, einem Ortsteil von Wittstock/Dosse, gefahren, um dem Minister persönlich ein Forderungspapier zu überreichen, das neben der Stadt auch der Landkreis OPR unterstützt. Dabei geht es um einen stündlichen Halt des RE 6 in Fretzdorf. Robert Crumbach nahm sich die Zeit für ein Gespräch mit Vertreter:innen der Fretzdorfer Initiative und zeigte Verständnis für die Wünsche und Forderungen.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, reiste die Initiative aus Fretzdorf nach Blumenthal, um sich bei Verkehrsminister Robert Crumbach für einen stündlichen Halt des RE 6 in ihrem Ort einzusetzen. © LK OPR
Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, reiste die Initiative aus Fretzdorf nach Blumenthal, um sich bei Verkehrsminister Robert Crumbach für einen stündlichen Halt des RE 6 in ihrem Ort einzusetzen. © LK OPR

Allerdings – und das wurde während der Sonderfahrt zwischen Löwenberg und Blumenthal immer wieder deutlich – ist der derzeit größte bremsende Faktor zur Umsetzung von Bahnprojekten die Finanzierbarkeit. Es fehle an Geld, das vom Bund kommen müsse, erklärte der Landesverkehrsminister mehrfach.

Landrat Ralf Reinhardt zog dennoch eine positive Bilanz dieses Gedankenaustauschs im Sonderzug: "Der Minister konnte hautnah erleben, wo verkehrspolitisch für die Menschen in unserer Heimatregion der Schuh drückt und wo nun endlich etwas getan werden muss, damit der Nordwesten Brandenburgs nicht den Zuganschluss im wahrsten Sinne des Wortes verliert. Es muss was passieren, hier sind das Land und Bund gefordert, auf die Menschen zu hören und die Weichen richtig zu stellen. Dazu braucht es nicht nur Geld, sondern auch jede Menge Hartnäckigkeit, Mut und Visionen. Ich denke, diese Botschaft ist nach dieser Sonderzugfahrt mehr als deutlich angekommen – auch beim Herrn Minister.“

Ein Bild, das es so häufig nicht gibt: Der Sonderzug der Hanseatischen Eisenbahn GmbH nach der Einfahrt im Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor. © LK OPR
Ein Bild, das es so häufig nicht gibt: Der Sonderzug der Hanseatischen Eisenbahn GmbH nach der Einfahrt im Bahnhof Neuruppin Rheinsberger Tor. © LK OPR



27.05.2026 
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