Der CSD in Rheinsberg geht in die dritte Runde
Die Besucher:innen des Rheinsberger CSD, den es seit 2024 gibt, dürfen sich auf ein buntes und vielfältiges Programm freuen. Los geht es um 15.00 Uhr mit dem traditionellen Demonstrationszug, beginnend am Bahnhof in Rheinsberg. Die Route führt durch die Stadt bis zum Triangelplatz, unweit des Schlosses. Dort ist ab 16.00 Uhr eine Kundgebung mit Redebeiträgen, Comedy und viel Musik geplant. Am Abend wird der bekannnte DJ Wankelmut auftreten.
Judith Melzer-Voigt, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Ostprignitz-Ruppin, dankt den Veranstalter:innen für ihr Engagement und ruft zur Teilnahme auf: "Der CSD in Rheinsberg hat sich in den vergangenen Jahren zu einer festen Größe etabliert, was mich wirklich freut. Auch in diesem Jahr wird den Besucher:innen wieder ein tolles Programm geboten. Ein Blick in die Nachrichten zeigt, wie wichtig solche Veranstaltungen sind, die für Toleranz, für Vielfalt und für eine offene Gesellschaft stehen. Es ist wunderbar, dass wir in OPR eine solche Veranstaltung anbieten können, dank des Engagements aus Rheinsberg. Vielen Dank dafür!"
Unterstützt wird der CSD in Rheinsberg auch von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg. Dabei spielt das Jubiläumsjahr zum 300. Geburtstag von Prinz Heinrich von Preußen eine Rolle, einst Bewohner des Rheinsberger Schlosses. Der Prinz war homosexuell und ging damit trotz gesellschaftlicher Konventionen für damalige Verhältnisse relativ offen um.
Der Ursprung des Christopher Street Day liegt im Jahr 1969 in New York. Immer wieder fanden damals Razzien der New Yorker Polizei in Bars statt, die insbesondere von homo- und transsexuellen Menschen besucht wurden. Den Betroffenen drohten Festnahmen und die Veröffentlichung mit teilweise dramatischen sozialen Auswirkungen. Gegen diese staatliche Willkür und gewaltsame Übergriffe der Polizei widersetzten sich am 28. Juni 1969 Anwesende in der Bar "Stonewall Inn" in der Christopher Street. Es folgten eine breite Solidarisierung und tagelange Straßenschlachten.
Diese Ereignisse von New York gelten als entscheidender Wendepunkt im Kampf für Anerkennung und Gleichberechtigung, für viele markieren sie den Beginn der Schwulen- und Lesbenbewegung. Es folgten zahlreiche große Demonstrationen, in vielen Städten weltweit. Die ersten organisierten CSD-Paraden in Deutschland fanden 1979 in Berlin und Bremen statt, im Jubiläumsjahr 2019 zählten die Veranstaltenden des Berliner CSD rund eine Million Menschen.