Neuruppiner Geothermie-Projekt auf gutem Wege
Stadtwerke-Geschäftsführer Thoralf Uebach und sein technischer Leiter, Artur Dzasokhov, zeigten sich im Gespräch mit Landrat Ralf Reinhardt zufrieden, als sie über den Stand der Bauarbeiten beim Geothermie-Projekt nicht ohne ein wenig Stolz berichten. Immerhin gehören die Stadtwerke Neuruppin mit zu den bundesweiten Vorreitern bei der Anwendung dieser Technologie. Dabei wird aus etwa 2.000 Metern Tiefe ca. 85 Grad warmes Thermalwasser durch eine Förderpumpe nach oben geholt. An der Erdoberfläche angekommen wird dem Wasser dann die Wärme entzogen und in die Energieversorgung der Stadt eingespeist. Das kalte Thermalwasser wird mittels der Injektionsbohrung in das natürliche Thermalwasservorkommen zurückgeführt und gewährleistet somit einen geschlossenen und natürlichen Kreislauf.
Vor allem die Unabhängigkeit bei der Wärmeversorung, die mit der Geothermie geschaffen wird, gehört neben den ökologischen Aspekten zu den größten Vorteilen der Geothermie. Auch hier in Neuruppin. "Wir haben damit unsere eigene Wärme, unabhängig was in der Welt gerade an Konflikten los ist", betont Thoralf Uebach und spielt damit unter anderem auf die Ukraine-Krise an, die zu einem deutlichen Anstieg der Gaspreise führte. Mit der Geothermie können künftig knapp 70 Prozent des Neuruppiner Fernwärmebedarfs gedeckt werden. Und das über viele Jahrzehnte. Die bisher für die Wärmeerzeugung eingesetzten Heizkraftwerke bleiben trotz der Erdwärme erhalten und sollen vor allem als Reserve dienen.
Läuft alles nach Plan, soll die neue Geothermie-Anlage der Stadtwerke Neuruppin im März oder April 2027 ans Netz gehen. Das ist das Ziel, an dem die vor Ort tätigen lokalen Baufirmen derzeit mit voller Kraft arbeiten. Thoralf Uebach verspricht schon jetzt eine große Feier zur Fertigstellung der neuen Geothermie-Anlage, denn mit der Inbetriebnahme dürfte ein epochal bedeutendes sowie nachhaltiges Kapitel bei der Wärmeversorgung der Fontanestadt und ihrer Bürger:innen aufgeschlagen werden.