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09.06.2026

Geschichten aus der Tonne: Kleidercontainer voll? Was jetzt?

Wir sind es gewohnt, unsere Säcke mit aussortierter Kleidung zu den Containern zu bringen und einzuwerfen. Doch dieses Vorgehen ist kaum noch möglich. Die wenigen Sammelcontainer sind meistens schon voll und es türmen sich schon Säcke daneben. Die Abfallberaterin des Landkreises OPR, Anne Neumann, erklärt in ihrer Kolumne "Geschichten aus der Tonne", was zu tun ist.

Warum gibt es so wenig Sammelcontainer und warum sind die häufig so voll? Liegt das wirklich an der Gesetzesänderung im Jahr 2025, welche die Entsorgung von Alttextilien im Restabfall ("Schwarze Tonne") untersagt oder steckt da mehr dahinter? Tatsächlich ist es so, dass die Menge an Alttextilien seit Jahren immer und immer mehr ansteigt. Durch die großen Mengen verliert die Altkleidung, welche vor Jahren noch gut zu vermarkten war, zunehmend an Wert. Es ist mittlerweile so, dass die Textilverwerter Geld dafür nehmen, die Kleidung überhaupt noch abzunehmen.

Wir kommen also aus einer Zeit, in welcher das Einsammeln von Alttextilien ein gutes Geschäft war. Plötzlich und unerwartet aber finden wir uns in einer Zeit wieder, in welcher wir viel zu viele günstige Klamotten shoppen und dann nicht mehr wissen, wohin damit eigentlich. Was können wir also tun?

Die Lösung des Problems kann nicht sein, neue Altkleidercontainer aufzustellen und diese über die Abfallgebühren zu finanzieren. Dies würde für alle eine sehr teure Angelegenheit werden und nicht dafür sorgen, dass das Problem verschwindet. Wir würden es nur verlagern – in einen für uns nicht mehr sichtbaren Bereich. Und alle würden sich über den Anstieg der Müllgebühren beschweren.

Sprechen wir über die Alternativen. Wir alle sortieren hin und wieder aus, weil uns Kleidungsstücke nicht mehr gefallen, die Kinder herausgewachsen sind, uns selbst die Sachen zu groß oder zu klein geworden sind. Diese Klamotten sind aber kein Fall für die Tonne. Das Beste, was mit diesen Kleidern geschehen kann, ist die Weitergabe. Nutzen Sie verschiedene Verkaufsplattformen im Internet, geben Sie die Stücke im Freundeskreis oder in der Kita weiter oder bringen Sie die Kleidung zu den Kleiderkammern. So kann Kleidung in unserer Region ohne große Transporte weitergenutzt werden. Auch wichtig: Kaufen Sie selbst hochwertige Kleidungsstücke. Diese halten länger und oftmals lohnt sich dann auch eine Reparatur. Oder kaufen Sie selbst gebrauchte Kleidung und leisten Sie so Ihren Beitrag dafür, den Altkleiderberg abzubauen. 

Da verschmutzte Textilien im Restabfall zu entsorgen sind, bleiben dann eigentlich nur noch Textilien übrig, welche zerschlissen und nicht mehr zu reparieren sind. Diese können ein wertvoller Rohstoff sein und werden zukünftig in einen Recyclingprozess übergehen. Diese Textilien geben Sie bitte in die Kleidercontainer des Landkreises. Auch bei der nächsten Sperrmüllabholung können Säcke mit solchen Textilien dazugestellt werden.

Meine Hinweise bringen Ihnen natürlich nicht die einfache Lösung, denn Abfälle zu vermeiden, ist nicht einfach. Wir müssen unser Verhalten ändern, und das ist kompliziert. Wichtig wäre es, zunächst mal den ersten Schritt in die richtige Richtung zu machen. Zum Beispiel, indem man sich ein aussortiertes Kleidungsstück heraussucht und reparieren lässt (oder selbst flickt), um es dann wieder zu tragen.

Geschichten aus der Tonne: In ihrer Kolumne beschäftigt sich Abfallberaterin Anne Neumann regelmäßig mit den Themen Müllvermeidung, Abfalltrennung und Entsorgung. © LK OPR
Geschichten aus der Tonne: In ihrer Kolumne beschäftigt sich Abfallberaterin Anne Neumann regelmäßig mit den Themen Müllvermeidung, Abfalltrennung und Entsorgung. © LK OPR

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