Ein zentraler Bestandteil des Hitzeschutzes ist die rechtzeitige Abstimmung mit der behandelnden Hausärztin oder dem Hausarzt, insbesondere bei regelmäßig eingenommenen Medikamenten wie entwässernden Arzneimitteln. Vor einer Hitzewelle sollte die Medikation ärztlich überprüft werden. Eigenständige Änderungen oder das Absetzen von Arzneimitteln sind ausdrücklich zu vermeiden. Zur Vorbereitung kann es zudem sinnvoll sein, frühzeitig für Kühlmöglichkeiten in der Wohnung zu sorgen, etwa durch Ventilatoren oder mobile Klimageräte, sowie Unterstützung im sozialen Umfeld zu organisieren.
Verhalten bei Hitze im Alltag und Schutzmaßnahmen
Während Hitzewellen sollte der Tagesablauf konsequent angepasst werden. Körperliche Aktivitäten und Erledigungen sind möglichst in die kühleren Morgen- und Abendstunden zu verlegen, während die Mittagshitze zwischen 11.00 und 17.00 Uhr weitgehend gemieden werden sollte. Wohnräume sind tagsüber zu verschatten und nur bei kühleren Außentemperaturen zu lüften, idealerweise durch nächtliche Querlüftung.
Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist sicherzustellen. Empfohlen werden etwa zwei bis drei Liter täglich, sofern medizinisch keine Einschränkungen bestehen. Geeignet sind Wasser und ungesüßte Tees; Alkohol sollte vermieden und koffeinhaltige Getränke nur in Maßen konsumiert werden. Die Ernährung sollte leicht und gut verdaulich sein, mit wasserreichem Obst und Gemüse. Zusätzlich sind konsequenter Sonnenschutz, luftige Kleidung sowie das Meiden direkter Sonne und aufgeheizter Flächen wichtig. Körperlich belastende Tätigkeiten sollten grundsätzlich in die kühleren Tageszeiten verlegt werden.
Zur Abkühlung eignen sich kühle Duschen, Fußbäder, feuchte Umschläge oder das Benetzen der Haut mit Wasser. Leichte Kleidung und atmungsaktive Bettwäsche unterstützen zudem einen erholsamen Schlaf. Bei Bedarf sollte auf kühlere Räume ausgewichen werden.
Besondere Schutzmaßnahmen, Infrastruktur und Warnzeichen
Besondere Aufmerksamkeit gilt Menschen ab 65 Jahren, die bei Hitze besonders gefährdet sind. Sie sollten auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr, körperliche Schonung und den Aufenthalt in kühlen Räumen achten. Eine ärztliche Überprüfung der Medikation vor Hitzeperioden wird ausdrücklich empfohlen.
Typische Warnzeichen einer hitzebedingten Belastung sind unter anderem Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Muskelkrämpfe oder starke Erschöpfung. Betroffene sollten umgehend einen kühlen Ort aufsuchen und Flüssigkeit zu sich nehmen. Bei anhaltenden Beschwerden ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 zu kontaktieren. Bei schweren Symptomen wie Bewusstseinsstörungen oder Atemnot ist unverzüglich der Notruf zu wählen.
Fazit:
Wirksamer Hitzeschutz erfordert vorausschauende Planung, angepasstes Verhalten im Alltag und besondere Aufmerksamkeit für gefährdete Personengruppen. Durch die konsequente Umsetzung der Empfehlungen können gesundheitliche Risiken deutlich reduziert werden.
Weitere Hinweise:
Auf der Webseite des Gesundheitsamtes OPR stehen im Bereich "externe Links" aktuelle Informationsangebote zur Verfügung, wie beispielsweise Hinweise zur WarnWetter-App und zum Newsletter für Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes.
Empfehlenswert ist auch die Webseite des Landes Brandenburg zu Hitze, Sonne und UV-Strahlung.
Bitte beachten Sie darüber hinaus mögliche Empfehlungen und Hinweise Ihrer Kommune zum Hitzeschutz. So informiert die Fontanestadt Neuruppin auf ihrer Webseite darüber, wo sich in ihrem Stadtgebiet "kühle Orte" befinden und an welchen Stellen es öffentlich zugängliche Brunnen mit Trinkwasser gibt.