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09.09.2026

Gemeinsam für mehr Hitzeschutz in OPR

Zwar werden die Tage wieder kürzer und kühler, aber der nächste Sommer mit wie zuletzt extrem hohen und belastenden Temperaturen kommt bestimmt. Vor diesem Hintergrund haben die Amtsdirektoren und Bürgermeister aus dem Landkreis OPR mit Landrat Ralf Reinhardt bei ihrer jüngsten Sitzung über vorhandene und noch zu schaffende Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung beraten.

In vielen Kommunen sind bereits Vorkehrungen getroffen worden, um die Bewohner:innen in Zeiten des Klimawandels und großer Hitzewellen umfangreicher zu schützen, was angesichts eines immer größer werdenden Anteils älterer Menschen eine besondere Herausforderung darstellt. Wie das funktionieren kann, erläuterte Neuruppins Bürgermeister Nico Ruhle am Beispiel seiner Stadt. Auf ihrer Webseite informiert die Fontanestadt beispielsweise die Bürger:innen und Gäste schon jetzt über das richtige Verhalten bei Hitze, gibt wichtige Tipps und stellt Vernetzungen her – etwa zum Hitzewarnservice des Deutschen Wetterdienstes, um möglichst frühzeitig Informationen über eine drohende Extremhitze zu erhalten.

Darüber hinaus gibt es auf der Webseite www.neuruppin.de/hitzeschutz die Adressen von öffentlich zugänglichen Toiletten und so genannten "Kühlen Orten" in der Stadt. Dort können Menschen bei einer Hitzewarnung zu bestimmten Zeiten Zuflucht und Abkühlung finden. In Neuruppin ist das Museum Neuruppin in der August-Bebel-Straße solch ein kühler Ort, ebenso wie die Klosterkirche am Niemöllerplatz. Auch gibt es in der Stadt mehrere öffentliche Trinkbrunnen und so genannte "Refill-Stationen". Dabei handelt es sich um Geschäfte und Einrichtungen, in denen Bürger:innen kostenlos ihre Trinkflasche auffüllen können.

"Wir sind erst am Anfang und arbeiten an unserem Hitzeschutzkonzept für alle Bevölkerungsgruppen. Ziel ist der Aufbau eines Netzwerkes. Dabei sind wir auch im Gespräch mit verschiedenen Akteuren, damit Menschen, die nicht mobil sind, schützende Orte erreichen können. Hitzeschutz muss nicht immer neu erfunden werden, es müssen oft nur die vorhandenen Mittel besser eingesetzt werden", erklärt Bürgermeister Nico Ruhle. Außerdem sollen in Neuruppin mehr schattige Orte geschaffen werden. Dazu gehört unter anderem das Pflanzen neuer Bäume, die mit großer Hitze und der Klimaveränderung in unserer Region klarkommen. Dabei möchte man das bereits vorhandene Wissen aus Neuruppins italienischer Partnerstadt Certaldo nutzen, in der sich die Menschen schon länger auf extreme Temperaturen einstellen müssen.

Landrat Ralf Reinhardt sieht in Hitzeschutzmaßnahmen und entsprechenden Konzepten einen wichtigen und unumgänglichen Schritt: "Die inzwischen regelmäßig auftauchenden Herausforderungen einer Extremhitze in den Sommermonaten werden nicht verschwinden, sondern im Zuge des Klimawandels eher noch zunehmen. Deshalb ist es gut und richtig, dass wir uns gemeinsam mit den Städten und Gemeinden darüber in unserem Landkreis Gedanken machen, wie der Schutz der Bevölkerung ausgebaut werden kann. Wir als Landkreis unterstützen das, etwa mit der Fachexpertise unseres Gesundheitsamtes."

Auch Thomas Kresse, Amtsdirektor des Amtes Temnitz und Präsidiumsmitglied des brandenburgischen Städte- und Gemeindebundes, beschäftigt das Thema Hitzeschutz. "Wir machen uns dazu einige Gedanken vor Ort.  Nicht ohne Grund haben wir unsere Bürgerinnen und Bürger zum Gießen der Bäume aufgerufen, denn die sind ein natürlicher und effektiver Schutz vor Hitze. Ziel muss es sein, den vorhandenen Baumbestand zu sichern. Außerdem wollen wir in unserer Verwaltung im Amt Temnitz eine Stelle für den Bereich Bevölkerungsschutz in Ergänzung zum im Landkreis bereits vorhandenen Katastrophenschutz schaffen, wo man sich intensiv auch mit dieser Thematik auseinandersetzen wird. Der Klimawandel ist nicht zu leugnen und wird uns in den nächsten Jahren enorm beschäftigen. Deshalb müssen wir gemeinsam handeln", betont Thomas Kresse.

Neuruppin arbeitet an einem Hitzeschutzkonzept für alle Bevölkerungsgruppen. Bürgermeister Nico Ruhle (rechts im Bild mit Landrat Ralf Reinhardt) erläuterte bei einer Beratung der Amtsdirektoren und Bürgermeister in der Kreisverwaltung die bisher geplanten oder schon ergriffenen Maßnahmen, um die Menschen vor Extremhitze zu schützen. © LK OPR
Neuruppin arbeitet an einem Hitzeschutzkonzept für alle Bevölkerungsgruppen. Bürgermeister Nico Ruhle (rechts im Bild mit Landrat Ralf Reinhardt) erläuterte bei einer Beratung der Amtsdirektoren und Bürgermeister in der Kreisverwaltung die bisher geplanten oder schon ergriffenen Maßnahmen, um die Menschen vor Extremhitze zu schützen. © LK OPR

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