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15.09.2026

Geschichten aus der Tonne: Ab in die Hecke - die einfachste Lösung?!

Vor dem Hintergrund des World Cleanup Days, an dem weltweit Millionen Menschen ihre Umwelt von achtlos weggeworfenem Müll befreien wollen, beschäftigt sich OPR-Abfallberaterin Anne Neumann in ihrer Kolumne "Geschichten aus der Tonne" genau mit diesem Thema. Es geht um die illegale Müllentsorgung, die unsere Kollegin mächtig aufregt. 

Anne Neumann:

Eigentlich gibt es zu dem Thema "Abfälle in die Umgebung werfen" nichts zu sagen, oder? Es ist sicherlich allen klar, dass das nicht erlaubt ist. Und dennoch beschäftigen sich erstaunlich viele Mitarbeiter von Bauhöfen und anderen öffentlichen Einrichtungen jeden Tag damit, den Müll wieder aufzuräumen, den andere im Park, im Wald oder sonstwo in der Öfffentlichkeit hinterlassen haben.

Auf Platz 1 der "besten Orte", an denen man vermeintlich einfach mal eben seinen Müll abstellen kann, stehen eindeutig Glascontainer und - als es die noch gab – Kleidercontainer. Diese sind immer gut zu erreichen und keiner wundert sich, wenn jemand mal eine Tüte neben dem Container abstellt. Vielen fehlt sogar an dieser Stelle offenbar das Unrechtsbewusstsein und sie halten das für erlaubt. Zum Teil handle es sich ja noch um gute Sachen, die jemand noch gebrauchen könne. An dieser Stelle wünsche ich mir einfach mal Strafen für diese Art der illegalen Entsorgung.

Auf Platz 2 finden sich Abfahrten von größeren Landstraßen. Einfach den Waldweg ein Stück weit runterfahren, bis man nicht mehr zu sehen ist und dann zwei Matratzen und einen Kühlschrank abladen. Für manche Menschen – so möchte man meinen –  ist dies der gängige Alltag. Mich verstören solche Anblicke immer wieder, weil sich mir der Sinn dahinter überhaupt nicht erschließt – schließlich kann Sperrmüll kostenlos abgegeben werden. Also wenn der Müll sowieso schon auf einen Hänger aufgeladen ist, warum wird er dann illegal entsorgt?

Platz 3 verleihe ich dem guten alten Klassiker: Brauche ich was nicht mehr, dann lasse ich es einfach fallen und zwar genau an der Stelle, wo ich gerade stehe. Eigentlich würden wir alle knietief durch Müll waten, bei der Menge an Abfällen, die ständig und immer einfach mal so auf der Straße fallen gelassen werden. Leere Flaschen und Dosen zieren die Hecken, Hundekotbeutel säumen die Grünanlagen und warum glauben eigentlich so viele Raucher, es sei völlig in Ordnung, ausgetretene Kippen auf der Straße liegen zu lassen?

Beim World Cleanup Day werden die Ausmaße dessen, was die Bauhöfe nicht wegsammeln können, mehr als deutlich. Müllsäcke randvoll gefüllt mit Zigarettenkippen kommen da zusammen, Maurertuppen gefüllt mit Unmengen an Flaschen und Scherben, aber auch ansonsten einfach alles, was man sich vorstellen kann.

Einfach nur traurig! Ich glaube, wir sind das einzige Lebewesen, welches freiwillig den eigenen Lebensraum dermaßen verdreckt. Und so toll das große Engagement am World Cleanup Day auch sein mag – schöner wäre es doch, wenn dieser Aufräumtag gar nicht notwendig wäre. Oder?!

Mehr über den World Cleanup Day

Anne Neumann ist Abfallberaterin des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und schreibt in ihrer Kolumne regelmäßig über die Dinge, die Menschen wegschmeißen. © LK OPR
Anne Neumann ist Abfallberaterin des Landkreises Ostprignitz-Ruppin und schreibt in ihrer Kolumne regelmäßig über die Dinge, die Menschen wegschmeißen. © LK OPR

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