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16.09.2026

Jugendberufshilfe OPR: Jugendliche reisen nach Österreich

Zwölf junge Menschen aus dem Landkreis OPR erhalten Ende September die besondere Gelegenheit, über den eigenen Alltag hinauszublicken und neue berufliche und persönliche Perspektiven zu entdecken. Vom 28. September bis 2. Oktober 2026 reisen die Teilnehmenden gemeinsam mit drei pädagogischen Fachkräften nach Österreich.

Die Reise ist Teil eines besonderen Projekts im Rahmen der Jugendberufshilfe und soll positive Lernerfahrungen ermöglichen, den Selbstwert stärken sowie neue berufliche Horizonte eröffnen.

Das Projekt wird in Kooperation zwischen dem Landkreis OPR, dem Träger STATTwerke e.V. und der DGB-Jugendbildungsstätte Flecken Zechlin gGmbH umgesetzt. Finanziert wird es aus Mitteln des Landkreises, Stiftungsgeldern der Otto Brenner Stiftung sowie Eigenmitteln von STATTwerke e.V. Die An- und Abreise per Reisebus wird durch die Sparkassenstiftung Ostprignitz-Ruppin ermöglicht.

STATTwerke e.V. setzt im Landkreis OPR eine Maßnahme der Jugendberufshilfe nach § 13 SGB VIII um. Das freiwillige Angebot richtet sich an junge Menschen, die beim Übergang von Schule in Ausbildung und Beruf besondere Unterstützung benötigen. Insgesamt 24 Teilnehmende erhalten über einen Zeitraum von 18 Monaten berufliche Orientierungs- und Vorbereitungsangebote.

Ziel ist es, die Jugendlichen bei der Entwicklung ihrer Ausbildungs- und Berufsfähigkeit zu unterstützen und ihnen neue Wege zu eröffnen – beispielsweise zurück in die Schule, in den zweiten Bildungsweg, in eine weiterführende berufliche Qualifizierungs-maßnahme oder in eine sozialversicherungspflichtige Ausbildung.

Eine bedarfsorientierte berufs- und sozialpädagogische Begleitung soll dabei helfen, soziale Benachteiligungen und individuelle Beeinträchtigungen zu überwinden und Zugänge zu Ausbildung, gesellschaftlicher Teilhabe und sozialer Integration zu schaffen. Ein zentraler Bestandteil der Arbeit ist das Lernen anhand realer Produktions- und Dienstleistungsprozesse.

Mit der Österreichreise geht das Projekt bewusst einen Schritt weiter. Zwölf Teilnehmende bekommen die Möglichkeit, ihr gewohntes Umfeld für einige Tage zu verlassen und neue Erfahrungen zu sammeln. "Für die Jugendlichen ist die Reise eine Chance, sich selbst in einer neuen Umgebung zu erleben, Neues auszuprobieren und zu erfahren, dass sie mit ihren Herausforderungen nicht allein sind", sagt Maria Schmidt, Leiterin des Sachgebietes Prävention des Amtes für Familien und Jugend. Österreich bietet dafür besondere Voraussetzungen, denn dort existieren ebenfalls Strukturen der Jugendberufshilfe, sodass sich die Jugendlichen mit Menschen in ähnlichen Lebens- und Lernkontexten austauschen können. Da keine Sprachbarriere besteht, wird ein unmittelbarer Austausch erleichtert.

Gleichzeitig gibt es zahlreiche inhaltliche Parallelen zur Lebens- und Arbeitswelt der Jugendlichen in Ostprignitz-Ruppin. Österreich ist stark von Landwirtschaft und Gastronomie geprägt. Dadurch können die Teilnehmenden Einblicke in landwirtschaftliche Arbeitsprozesse sowie in die Verarbeitung und Vermarktung von Produkten gewinnen und Bezüge zu den Erfahrungen aus der hiesigen Produktionsschule herstellen.

Der Aufenthalt in einem anderen Land bedeutet zugleich, sich auf ungewohnte Situationen einzustellen. Die Jugendlichen müssen neue Wege gehen, sich in einer fremden Umgebung orientieren und gemeinsam als Gruppe Herausforderungen bewältigen. Dadurch können Anpassungsfähigkeit, Resilienz und Problemlösungsfähigkeit gestärkt werden.

Das Programm verbindet berufliche Orientierung mit kultureller Bildung, sozialem Lernen und gemeinschaftlichen Erlebnissen. Geplant sind unter anderem eine Führung durch das BMW-Motorenwerk Steyr, eine Nachtwächterführung durch Steyr, Neon-Minigolf sowie die Führung über ein Weingut. Darüber hinaus stehen die Produktionsschule Steyr, das Paneum – Wunderkammer des Brotes sowie das Museum Arbeitswelt auf dem Programm. Die Jugendlichen erhalten dabei Einblicke in unterschiedliche Arbeitswelten, Produktionsprozesse, regionale Besonderheiten und kulturelle Zusammenhänge.

Begleitet wird die Gruppe von drei pädagogischen Fachkräften. Mario Stärck, Berufscoach und Motivationstrainer bei der DGB-Jugendbildungsstätte, ergänzt das Programm durch teambildende Aktionen, Angebote des sozialen Lernens sowie niedrigschwellige Elemente zur Entwicklung eigener beruflicher Perspektiven. Damit werden zugleich interkulturelle Kompetenzen gefördert, die in einer zunehmend globalisierten Arbeitswelt an Bedeutung gewinnen. 

Im Mittelpunkt steht jedoch vor allem eine Erfahrung: Die Jugendlichen sollen erleben, dass sie etwas können und in der Lage sind, Herausforderungen zu bewältigen und neue Wege einschlagen zu können.

Die Organisatoren erhoffen sich von dem Projekt positive Lernerfahrungen, neue Motivation und Impulse für die persönliche und berufliche Entwicklung der Teilnehmenden – und vielleicht für einige Jugendliche auch eine ganz neue Vorstellung davon, welche Möglichkeiten ihnen für ihre Zukunft offenstehen. Der Landkreis OPR bedankt sich an dieser Stelle herzlich für das Engagement der Akteure, außerdem für die finanzielle Unterstützung durch die Sparkassen- und die Otto Brenner Stiftung, und wünscht allen Teilnehmenden eine tolle Projektreise.

Kontakt-Adresse für weitergehende Informationen:
fachberatung-jugendfoerderung@opr.de

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