Trauer um zwei engagierte und herausragende Naturschützer
Im September dieses Jahres sind mit Dr. Dietrich Dolch sowie Karl-Heinz Jaensch zwei äußerst engagierte Naturschützer gestorben. Beide setzten sich in unterschiedlichen Bereichen für die Tier- und Pflanzenwelt im Landkreis OPR ein und waren zudem viele Jahre lang Mitglieder des Naturschutzbeirates. Der Landkreis OPR erinnert an diese Persönlichkeiten.
Dr. Dietrich Dolch starb am 23. September 2026, wenige Wochen vor seinem 87. Geburtstag. Dr. Dietrich Dolch widmete sich Zeit seines Lebens dem Thema Naturschutz. So war er u.a. auch über drei Berufungszeiträume Mitglied des Naturschutzbeirates des Landkreises OPR. In dieser Zeit beriet und unterstützte er die Verwaltung stets mit Vorschlägen und Anregungen in allen wichtigen Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege. Sein besonderes Interesse galt dabei dem Schutz der heimischen Säugetierarten und hier in erster Linie von Biber, Fischotter und Fledermäusen.
Mit der Ausbreitung des Bibers entstanden Konflikte zwischen verschiedenen Interessengruppen. Dr. Dietrich Dolch schulte hierzu Mitarbeiter der unteren Naturschutzbehörde. Sein praxisorientierter Ansatz bestand stets darin, Lösungen aufzuzeigen, mit denen sowohl der Biber als auch von Biberaktivitäten betroffene Landnutzer „leben“ können. Das von ihm vermittelte Wissen half der unteren Naturschutzbehörde, solche Konflikte wirksam zu minimieren. Sein unermüdlicher Einsatz für den Erhalt der Natur und die mit viel individuellem Engagement geleistete Arbeit werden wir in Ehren halten.
Dietrich Dolch hinterlässt eine Lücke, die sich nicht füllen lässt, aber auch wegweisende Publikationen und eine Vielzahl persönlicher Erfahrungen, die auch künftig Ansporn für alle Naturschutzakteure dafür sein werden, nicht aufzugeben, wenn es um den Schutz unserer Natur geht. Er hat bis zuletzt uns allen gezeigt, dass es sich lohnt!
Karl-Heinz Jaensch ist am 4. September 2026 im Alter von 87 Jahren gestorben. Der frühere Revier- und spätere Oberförster widmete sich Zeit seines Lebens dem Schutz der heimischen Natur. So war er auch 14 Jahre lang im Naturschutzbeirat unseres Landkreises aktiv, wo er mit seinem Fachwissen und seiner Kompetenz die manchmal auch kontroversen Diskussionen bereicherte und dabei seine Überzeugung stets mit Vehemenz und Nachdruck vertrat. In dieser Zeit beriet und unterstützte er die Verwaltung mit Vorschlägen und Anregungen in allen wichtigen Fragen des Naturschutzes und der Landschaftspflege, wobei es ihm gelang, Naturschutzbelange und forstwirtschaftliche Erfordernisse miteinander in Einklang zu bringen.
Sein besonderes Interesse lag darin, den Menschen die heimische Natur näher zu bringen. So entstand durch seine Initiative am Ortsrand von Zechlinerhütte auf einer ehemaligen Schuttkuhle ein Refugium für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten sowie ein Lehrpfad durch die unterschiedlichsten Kleinstbiotope. Bis ins hohe Alter führte er Schulklassen und Interessierte durch seine zu Hause in der Waldstraße eingerichtete kleine naturkundliche Ausstellung. Die Umweltbildung sah er als ganz maßgeblich dafür an, Verständnis für den Naturschutz zu wecken.
Der zunehmende Schwund der Arten entmutigte ihn nicht, sondern trieb ihn weiter dazu an, dem Biotopverlust sowie der Verschlechterung der Lebensraumbedingungen für die verschiedensten Tier- und Pflanzenarten mit Wort und Tat entgegenzuwirken. So leistete er Pionierarbeit in unserer Region mit dem Bau von Nisthilfen für Fischadler, half maßgeblich zahlreiche Kleingewässer zu renaturieren und Orchideenwiesen zu pflegen. Auch wirkte Karl-Heinz Jaensch lange Zeit bei der wissenschaftlichen Bestandserfassung der heimischen Avifauna mit.
So ist es nur verständlich, dass der Naturschutzbund sein verdientes Mitglied für sein Engagement mit der Silbernen Ehrennadel auszeichnete und ihm auch der Brandenburgische Umweltpreis verliehen wurde. Sein unermüdlicher Einsatz für den Erhalt der Natur werden wir im Landkreis OPR in Ehren halten. Karl-Heinz Jaensch hinterlässt vielerorts Spuren seiner Arbeit, die es für uns zu bewahren gilt.
Unser Mitgefühl gilt vor allem den Angehörigen der beiden Verstorbenen sowie den zahlreichen Wegbegleitern aus den Bereichen des behördlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes im Land Brandenburg sowie darüber hinaus.