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19.10.2026

Geschichten aus der Tonne: Wohin kommen unsere ganzen Abfälle?

In einer neuen Folge ihrer Kolumne "Geschichten aus der Tonne" geht unsere Abfallberaterin Anne Neumann der Frage nach, wohin die Abfälle aus den Sammeltonnen im Landkreis OPR nach ihrer Entleerung befördert werden. Was passiert mit dem Restmüll aus der schwarzen Tonne? Und wohin geht´s eigentlich mit Papier und Pappe aus den blauen Behältern? 

Anne Neumann: 

Eine interessierte Leserin meiner Kolumne möchte es ganz genau wissen: Wie weit werden die Abfälle aus unserem Landkreis transportiert? Dies war tatsächlich auch eine meiner ersten Fragen, denn gerade beim Thema Abfall hört man ja immer wieder wahre und unwahre Geschichten, was tatsächlich mit den Abfällen passiert.

Beginnen wir mit dem Restabfall: Dieser wird nach dem Umladen in Container von den Umladestationen Temnitzpark und Scharfenberg zur Müllverbrennungsanlage – korrekt wäre eigentlich energetische Verwertungsanlage - nach Premnitz gefahren. Die Entfernung beträgt um die 70 bis 80 Kilometer. In der Woche verlassen etwa 30 Container unseren Landkreis in diese Richtung.

Weiter geht es mit dem Bioabfall: Der wird Im Temnitzpark in Container verladen. Seit 2025 werden diese Abfälle nach Schwanebeck transportiert. Dort sind alle gesetzlichen Anforderungen an eine Kompostieranlage erfüllt und es wird an einer Vergärungsanlage gebaut, welche zusätzlichen Nutzen bietet. Schwanebeck liegt etwa 50 Kilometer entfernt. In der Woche verlassen unseren Landkreis im Durchschnitt vier Container in diese Richtung.

Über die Gelben Tonnen gesammelte Verpackungsabfälle werden auf der Umschlaganlage der AWU OPR in Barsikow (ein Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse) in größere Transportfahrzeuge umgeladen. Diese bringen das Material anschließend zu Sortieranlagen, zum Beispiel nach Premnitz, Rostock  oder Berlin. Dort werden die gemischten Abfälle getrennt, sortiert und für die Wiederverwertung aufbereitet. Im vergangenen Jahr wurden im Landkreis OPR rund 5.000 Tonnen Abfälle über die Gelbe Tonne erfasst.

Das in der Blauen Tonne gesammelte Altpapier wird mit Sammelfahrzeugen eingesammelt und ebenfalls zur Umschlaganlage Barsikow gebracht. Dort wird es in größere Transportfahrzeuge umgeladen und zu Verwertungsanlagen weitertransportiert, zum Beispiel nach Schwedt oder in das etwa 200 Kilometer entfernte Eisenhüttenstadt. Auch hier kommen jedes Jahr rund 5.000 Tonnen Altpapier aus privaten Haushalten zusammen.

Verpackungen aus Altglas werden über die öffentlichen Sammelbehälter in den Orten erfasst – getrennt nach den Farben Weiß, Grün und Braun. Pro Jahr kommen dabei in Summe rund 3.000 Tonnen Altglas zusammen. Dieses wird ebenfalls auf der Anlage in Barsikow angenommen und anschließend in größere Transportfahrzeuge umgeladen. Aufbereitungsanlagen für Altglas befinden sich zum Beispiel in Sulzetal (160 km), Wandersleben (350 km) und Steinbach am Wald (370 km). 

Ich glaube, damit wird klar: Vor Ihrer Haustür ist die Entsorgung nach der Leerung der Abfallbehälter zwar abgeschlossen, doch wie Sie sehen, ist das nur der erste Schritt in einer langen Kette von Verlade-, Transport- und Aufbereitungsvorgängen. Und überall dort wird Personal bezahlt, Kraftstoff getankt und CO2 erzeugt. Und das alles hat am Ende seinen Preis.

OPR-Abfallberaterin Anne Neumann beschäftigt sich in ihrer Kolumne, die auch in regionalen Zeitungen erscheint, mit Themen rund um die Müllentsorgung im Landkreis und gibt dabei immer wieder interessante Tipps. © LK OPR
OPR-Abfallberaterin Anne Neumann beschäftigt sich in ihrer Kolumne, die auch in regionalen Zeitungen erscheint, mit Themen rund um die Müllentsorgung im Landkreis und gibt dabei immer wieder interessante Tipps. © LK OPR

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