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31.05.2023

Scharfenberger Deponie vor der Rekultivierung

Landkreis erhält Zuwendungsbescheid des Bundesministeriums für Verkehr und Klimaschutz

Die Bundestagsabgeordnete Wiebke Papenbrock übergibt den Zuwendungsbescheid in Höhe von 967.925 Euro für die Deponie Scharfenberg an Landrat Ralf Reinhardt und den stellvertretenden Leiter des Sachgebiets öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger im Bau- und Umweltamt des Landkreises, Karsten Antoniewicz. © LK OPR
Die Bundestagsabgeordnete Wiebke Papenbrock übergibt den Zuwendungsbescheid in Höhe von 967.925 Euro für die Deponie Scharfenberg an Landrat Ralf Reinhardt und den stellvertretenden Leiter des Sachgebiets öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger im Bau- und Umweltamt des Landkreises, Karsten Antoniewicz. © LK OPR

Vor 18 Jahren wurde zum letzten Mal auf der Deponie Scharfenberg vor den Toren Wittstocks Siedlungsabfall abgeladen. Also all jener Müll, der in Haushalten anfällt und am Ende in der schwarzen oder grauen Restmülltonne landet. Seitdem befindet sich das rund 4,5 Hektar große Areal im so genannten "Ruhemodus". Geschätzte 473-tausend Kubikmeter Müll, die seit den 80er-Jahren nach Scharfenberg gebracht wurden, liegen in der umzäunten, ehemaligen Kiesgrube, bedeckt von einer Erdschicht und zugewuchert von zahlreichen Bäumen und Sträuchern.

Die ehemalige Kiesgrube wurde bis 2005 als Deponie für Siedlungsabfälle genutzt. Das Areal hat eine Größe von insgesamt rund 4,5 Hektar. © LK OPR
Die ehemalige Kiesgrube wurde bis 2005 als Deponie für Siedlungsabfälle genutzt. Das Areal hat eine Größe von insgesamt rund 4,5 Hektar. © LK OPR

Aber die frühere Deponie kommt nicht ganz zur Ruhe. Denn Metangase bilden sich bei Zersetzung von organischem Abfall im Innern der Deponie noch immer. Diese Gase werden abgesaugt und dann mit einer Deponiegasfackel kontrolliert verbrannt. Doch ewig dürfen alte Deponien nicht in diesem Zustand verharren, sie müssen vor allem aus Gründen der Sicherheit und des Klimaschutzes rekultiviert werden. Von den drei im Landkreis befindlichen ehemaligen Siedlungsabfalldeponien ist Scharfenberg der letzte Standort, der nach Kyritz-Strüwe und Krangen bei Neuruppin diesen Weg der Rekultivierung beschreiten soll. Dass ein Teil dieser wichtigen Maßnahme in Scharfenberg nun bald starten kann, hängt auch mit der Unterstützung durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zusammen. 967.925 Euro, also fast eine Million Euro und damit rund 60 Prozent der gesamten Investitionssumme, stellt das Ministerium aus Mitteln der Nationalen Klimaschutzinitiative zur Verfügung. Die Bundestagsabgeordnete für Ostprignitz-Ruppin, Wiebke Papenbrock, konnte den entsprechenden Zuwendungsbescheid in dieser Woche Landrat Ralf Reinhardt vor Ort in Scharfenberg übergeben. "Wir freuen uns, dass wir mit Unterstützung des Bundes die Maßnahme nun auf den Weg bringen können, um auch diese frühere Deponie für die Zukunft sicher machen zu können", so der Landrat.

Deponiegasfackel auf dem Gelände der früheren Deponie Scharfenberg. Mit der Anlage wird bisher Metangas, das sich im Deponiekörper bildet, verbrannt. Sie wird durch ein thermisches Verfahren ersetzt. © LK OPR
Deponiegasfackel auf dem Gelände der früheren Deponie Scharfenberg. Mit der Anlage wird bisher Metangas, das sich im Deponiekörper bildet, verbrannt. Sie wird durch ein thermisches Verfahren ersetzt. © LK OPR

Gemäß der Projekt-Konzeption soll mit der jetzt geförderten investiven Maßnahme insbesondere der Erfassungsgrad des Deponiegases erhöht werden, von 34 Prozent auf dann im besten Fall bis zu 90 Prozent. Unter anderem wird kontrolliert Luftsauerstoff in den Deponiekörper eingesaugt, was letztlich dazu beiträgt, die weitere Zersetzung organischer Abfälle anzuregen bzw. zu beschleunigen und somit den Deponiekörper zu stabilisieren (so genannte "In-Situ-Stabilisierung"). Die entstehenden Metangase, die in den vergangenen Jahren bereits abgenommen und aufgrund der Menge für eine energetische Nutzung keine Rolle spielen, sollen in Zukunft in einem speziellen thermischen Verfahren neutralisiert werden und die bisherige Deponiegasfackel ersetzen - alles auch weiterhin begleitet von regelmäßigen Kontrollen, insbesondere auch des Grundwassers. Mit der Umsetzung dieses Projektes ergibt sich ein erhebliches Emissionsminderungspotenzial gegenüber dem Weiterbetrieb der Bestandsanlage und damit ein Beitrag zum Klimaschutz. Ausgegangen wird von einer CO2-Einsparung von ca. 15.000 Tonnen.

Wie das Gelände der früheren Deponie nach Abschluss aller Rekultivierungsmaßnahmen, also der Ertüchtigung der Gasfassungsanlage und Oberflächenabdichtung, genutzt werden könnte, zeichnet sich auch schon ab: Läuft alles nach Plan, könnte in Scharfenberg, wo einst der Müll vergraben wurde, auf den dann zur Verfügung stehenden Rasenflächen grüner Strom erzeugt werden, nämlich mit Hilfe einer größeren Photovoltaik-Anlage. 

Hinweisschild aus längst vergangenen Zeiten, als in Scharfenberg noch Haushaltsmüll eingelagert wurde. Bald wird mit der Rekultivierung der Deponie begonnen, später könnte auf den rekultivierten Flächen eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung entstehen. © LK OPR
Hinweisschild aus längst vergangenen Zeiten, als in Scharfenberg noch Haushaltsmüll eingelagert wurde. Bald wird mit der Rekultivierung der Deponie begonnen, später könnte auf den rekultivierten Flächen eine Photovoltaik-Anlage zur Stromerzeugung entstehen. © LK OPR
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