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Die Organisation DarkSky International (DSI) erteilt die Zertifizierung 

Die Kyritz-Ruppiner Heide ist einer der dunkelsten Orte Deutschlands und darf nun den Titel Internationaler Sternenpark tragen. Bei einer kleinen Feier am winterlichen Heideturm und der neuen Beobachtungsliege wurde die Sternenpark-Zertifizierung offiziell verkündet. Von links nach rechts: Michelle Engel (Amt für Kultur und Tourismus der Fontanestadt Neuruppin), Bernd Müller (Bürgermeister der Gemeinde Temnitzquell), Jochen Paleit (Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung), Ralf Reinhardt (Landrat Landkreis OPR), Thomas Kresse (Amtsdirektor Amt Temnitz), Olaf Wolff (Bereich Nachhaltige Regionalentwicklung beim Landkreis OPR), Dr. Mario Schrumpf (Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land) sowie Victoria Juraschek (Leiterin Team Kreisentwicklung und Mobilität beim Landkreis OPR). © LK OPR
Die Kyritz-Ruppiner Heide ist einer der dunkelsten Orte Deutschlands und darf nun den Titel Internationaler Sternenpark tragen. Bei einer kleinen Feier am winterlichen Heideturm und der neuen Beobachtungsliege wurde die Sternenpark-Zertifizierung offiziell verkündet. Von links nach rechts: Michelle Engel (Amt für Kultur und Tourismus der Fontanestadt Neuruppin), Bernd Müller (Bürgermeister der Gemeinde Temnitzquell), Jochen Paleit (Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung), Ralf Reinhardt (Landrat Landkreis OPR), Thomas Kresse (Amtsdirektor Amt Temnitz), Olaf Wolff (Bereich Nachhaltige Regionalentwicklung beim Landkreis OPR), Dr. Mario Schrumpf (Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land) sowie Victoria Juraschek (Leiterin Team Kreisentwicklung und Mobilität beim Landkreis OPR). © LK OPR

Für die Kyritz-Ruppiner Heide und den Landkreis Ostprignitz-Ruppin ist das ein besonderer Augenblick, man kann auch sagen Meilenstein: Die Organisation DarkSky International (DSI) hat den ehemaligen Truppenübungsplatz, der auch Teil des Naturparks Kyritz-Ruppiner Land ist, als Internationalen Sternenpark offiziell ausgewiesen. Und das nicht ohne Grund, denn schließlich zählt die Heide zu den dunkelsten Orten Deutschlands und eignet sich deshalb besonders gut zum Bewundern der Sterne. Dies dauerhaft zum Schutz der Nacht zu erhalten, ist das Ziel der regionalen Akteure. Mit der Ausweisung als Sternenpark wurde ein wichtiger Schritt dafür getan.

Zertifizierungsurkunde der DSI: Die Kyritz-Ruppiner Heide ist nun offiziell Internationaler Sternenpark und damit eines von über 200 ausgewiesenen Gebieten weltweit. © LK OPR
Zertifizierungsurkunde der DSI: Die Kyritz-Ruppiner Heide ist nun offiziell Internationaler Sternenpark und damit eines von über 200 ausgewiesenen Gebieten weltweit. © LK OPR

Landrat Ralf Reinhardt präsentierte bei einem kleinen Festakt gemeinsam mit Gästen am Fuße des Heideturms auf dem Sielmann-Hügel, dem Wahrzeichen der Kyritz-Ruppiner Heide, nicht ohne Stolz die von der DSI ausgestellte Zertifizierungsurkunde. Dabei bezeichnete er die Anerkennung der Kyritz-Ruppiner Heide als offizieller Sternenpark einen großartigem Erfolg, zu dem er allen, die am Zustandekommen beteiligt waren, herzlich gratulieren dürfe. "Die Heide im Herzen unseres Landkreises ist nicht nur ein Ort mit einer einzigartigen Tier- und Pflanzenwelt; der hier besonders dunkle Nachthimmel ermöglicht es darüber hinaus, die faszinierende Welt der Himmelsbeobachtung erlebbar zu machen, etwa im Rahmen von Sternenführungen. Mein besonderer Dank gilt dem Naturpark Stechlin-Ruppiner Land sowie den Mitgliedern der KAG Kyritz-Ruppiner Heide für deren engagierte und konstruktive Beteiligung beim Antragsprozess. Der künftige Sternenpark in der Kyritz-Ruppiner Heide wird ein Alleinstellungsmerkmal in unserer Heimatregion sein, welches auch neue Perspektiven im touristischen Bereich öffnet, die es in den kommenden Jahren weiter zu entwickeln gilt", so der Landrat.

Ähnlich äußerte sich auch Dr. Mario Schrumpf, Leiter des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land, in seinem Statement: "Die Ausweisung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark ist ein wichtiger Schritt zum Schutz der Nacht in unserem Naturpark. Sowohl die Menschen in der Region als auch die Tier- und Pflanzenwelt profitieren davon. Mein Dank gilt dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin für die Initiative zur Ausweisung des Sternenparks als auch Dr. Andreas Hänel sowie unseren Kolleg:innen im Natur- und Sternenpark Westhavelland für die fachliche Unterstützung unserer Bemühungen."

Jochen Paleit, Vorstandsvorsitzender der Heinz Sielmann Stiftung, die seit 2012 die Verantwortung für das Heide-Areal übernommen hat, betonte in seinen Worten, dass der neue Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide beispielhaft zeige, wie konsequenter Naturschutz auch den Himmel zurückerobert. "Der Wert der dunklen Nacht ohne störenden Einfluss künstlicher Lichtquellen ermöglicht den vielen seltenen Arten der Kyritz-Ruppiner Heide einen natürlichen Lebensrhythmus und begünstigt die enorme Artenvielfalt im Gebiet. Wir sind daher hocherfreut über die Ausweisung des Sternenparks und die damit verbundene Wertschätzung unserer Schutzbemühungen. Wir bedanken uns sehr bei allen Initiatoren, allen voran dem Landkreis und dem Naturpark und wünschen den Besuchern der Sielmanns Naturlandschaft Kyritz-Ruppiner Heide ein eindrückliches Erlebnis des nächtlichen Sternenhimmels in einer deutschlandweit einzigartigen Heidelandschaft."

Mit der Ausweisung als Internationaler Sternenpark sind auch Verpflichtungen verbunden. Dazu gehören vor allem Anstrengungen, mögliche Quellen für Lichtverschmutzung einzudämmen und damit die Dunkelheit zu schützen. Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf (3.v.l.) erläutert hier die Hintergründe der Sternenpark-Idee den anwesenden Gästen. © LK OPR
Mit der Ausweisung als Internationaler Sternenpark sind auch Verpflichtungen verbunden. Dazu gehören vor allem Anstrengungen, mögliche Quellen für Lichtverschmutzung einzudämmen und damit die Dunkelheit zu schützen. Naturparkleiter Dr. Mario Schrumpf (3.v.l.) erläutert hier die Hintergründe der Sternenpark-Idee den anwesenden Gästen. © LK OPR

Das Gebiet des früheren sowjetischen Bombenabwurfplatzes steht größtenteils seit 2012 als Fauna-Flora-Habitat (FFH-Gebiet) unter europäischem Schutz innerhalb des Natura-2000-Netzwerkes. Im Jahr 2021 wurde es in den Naturpark Stechlin-Ruppiner Land eingegliedert, einer der 15 Naturlandschaften Brandenburgs. Die Kyritz-Ruppiner Heide ist die zweitgrößte, zusammenhängende Heidefläche Deutschlands. Da die Kyritz-Ruppiner Heide unbewohnt ist, gibt es in der Region kein künstliches Licht, was zu einem außergewöhnlich dunklen Himmel führt.

Um dieses Alleinstellungsmerkmal „Einer der dunkelsten Orte Deutschlands“ zu erhalten, hat die Kommunale Arbeitsgemeinschaft Kyritz-Ruppiner Heide (KAG) schon 2022 beschlossen, einen Antrag auf Ausweisung des ca. 12.000 Hektar großen Areals als Sternenpark zu stellen. Der am 11. März 2010 gegründeten KAG gehören heute als Mitglieder der Landkreis Ostprignitz-Ruppin, die Kommunen Neuruppin, Rheinsberg, Wittstock/Dosse, das Amt Temnitz sowie die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, die Heinz Sielmann Stiftung und der Naturpark Stechlin-Ruppiner Land an.

Im November 2023 hat sich der Landkreis Ostprignitz-Ruppin dann offiziell als Antragsteller für die Zulassung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark bei DarkSky International registrieren lassen. Dem voraus ging eine Voranfrage, ob die Kyritz-Ruppiner Heide grundsätzlich für die Zertifizierung als Sternenpark geeignet ist. DarkSky International mit Sitz in den USA hat diese Anfrage nicht nur positiv beantwortet, sondern den Landkreis und den Naturpark ermutigt, weiterhin Pläne zu entwickeln, um Bedrohungen durch Lichtverschmutzung zu begegnen.

Die Kyritz-Ruppiner Heide im Winter mit dem 2019 fertiggestellten Heideturm, dem Wahrzeichen des ca. 12.000 Hektar großen Areals. © LK OPR
Die Kyritz-Ruppiner Heide im Winter mit dem 2019 fertiggestellten Heideturm, dem Wahrzeichen des ca. 12.000 Hektar großen Areals. © LK OPR

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat diesbezüglich die Erarbeitung einer Beleuchtungs-Richtlinie für die randlich der Kyritz-Ruppiner Heide gelegenen Orte wie Flecken Zechlin, Zempow, Schweinrich, Gadow, Zootzen, Fretzdorf, Rossow, Rägelin, Pfalzheim, Frankendorf, Neuglienicke und Basdorf beauftragt. In diesem Zusammenhang wurden die künstlichen Leuchtquellen gutachterlich erfasst und Vorschläge zur Optimierung erarbeitet, 2024 wurden die erarbeiteten Unterlagen den beteiligten Kommunen vorgestellt. In der anschließenden Diskussion wurden alle offenen Fragen geklärt und erste Vorschläge zur Optimierung der Beleuchtung in den Randdörfern besprochen. In der Kyritz-Ruppiner Heide selbst steht übrigens nicht eine einzige Leuchte! Einigkeit besteht darüber, dass dies auch zukünftig so bleiben soll.

Mit dem nun offiziell zertifizierten Sternenpark Kyritz-Ruppiner Heide sollen zukünftig die Potenziale des Astrotourismus für die naturtouristische Entwicklung der ländlichen Region erschlossen werden. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin hat dazu eine Machbarkeitsstudie mit einer Vielzahl an Vorschlägen erarbeiten lassen. Unter Nutzung europäischer Fördermittel sollen in Zusammenarbeit mit dem bereits bestehenden Natur- und Sternenpark Westhavelland perspektivisch mehrere Beobachtungsplätze eingerichtet werden. An ausgewählten Standorten wird dafür Infrastruktur für den Astrotourismus entwickelt, wie beispielsweise Aussichtsplattformen, Beobachtungsliegen, Polarsternfinder und Informationstafeln. Es sollen zudem regelmäßig unter anderem Sternenführungen, thematische Wanderungen und Vorträge angeboten werden. Neben der Ausbildung von Sternenführer:innen werden lokale, zertifizierte Natur- und Landschaftsführer:innen dahingehend geschult, die Themen Dunkelheit und Lichtverschmutzung mit in ihre Programme aufzunehmen. Die beiden ersten Beobachtungsliegen am Heideturm wurden Ende des vergangenen Jahres aufgestellt und können für einen entspannten Blick auf den Sternenhimmel künftig genutzt werden.

Weitere Informationen über die Kyritz-Ruppiner Heide

Der südliche Zugang zur Kyritz-Ruppiner Heide nahe Pfalzheim. In diesem Bereich sollen künftig auch Hinweistafeln die Besucher:innen über den Sternenpark informieren. © LK OPR
Der südliche Zugang zur Kyritz-Ruppiner Heide nahe Pfalzheim. In diesem Bereich sollen künftig auch Hinweistafeln die Besucher:innen über den Sternenpark informieren. © LK OPR

Über das Programm "International Dark Sky Places":

International Dark Sky Places, das 2001 eingerichtet wurde, ist ein freiwilliges, nicht-regulatorisches Programm, das Gemeinden, Parks und Schutzgebiete weltweit dazu anregt, dunkle Orte durch effektive Beleuchtungsrichtlinien, umweltverträgliche Außenbeleuchtung und Aufklärung der Öffentlichkeit zu erhalten und zu schützen. Unkontrollierter Einsatz von künstlichem Licht kann Ökosysteme stören, die menschliche Gesundheit beeinträchtigen, Geld und Energie verschwenden, zum Klimawandel beitragen und unsere Sicht auf das Universum und unsere Verbindung zu ihm beeinträchtigen.

Mit der nun erfolgten Zertifizierung als Internationaler Sternenpark gehört die Kyritz-Ruppiner Heide zu den über 230 Orten, die sich durch starke Unterstützung der Bevölkerung für den Schutz des Nachthimmels einsetzen und sich dafür engagieren, die Nacht vor Lichtverschmutzung zu bewahren. Erfahren Sie mehr unter https://darksky.org/what-we-do/international-dark-sky-places/.

Über DarkSky International (DSI):

Die Organisation DarkSky International setzt sich für den Erhalt und Schutz der nächtlichen Umgebung und unseres Erbes dunkler Himmel durch umweltverträgliche Außenbeleuchtung ein. Mehr erfahren Sie unter www.darksky.org.

Ein Sternengruß in Richtung Himmel anlässlich der offiziellen Ausweisung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark. Links oben am Bildrand ist eine der beiden neuen Beobachtungsliegen aus Holz zu sehen, die sich drehen lassen und so zum entspannten Sternengucken einladen. © LK OPR
Ein Sternengruß in Richtung Himmel anlässlich der offiziellen Ausweisung der Kyritz-Ruppiner Heide als Sternenpark. Links oben am Bildrand ist eine der beiden neuen Beobachtungsliegen aus Holz zu sehen, die sich drehen lassen und so zum entspannten Sternengucken einladen. © LK OPR



14.01.2026 
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