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17.03.2026

Landrat besucht Unternehmen in Kyritz und Wittstock/Dosse

Gemeinsam mit der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg (REG) hat Landrat Ralf Reinhardt seine Besuchsserie bei Unternehmen aus der Region fortgesetzt, um sich vor Ort über die aktuelle Lage zu informieren. Eine Station war dabei die Hoch- und Tiefbaugesellschaft Wittstock, außerdem schaute der Landrat bei der Alutrim Europe GmbH in Kyritz vorbei. 

Die erste Besuchsetappe bei frühlingshaften Temperaturen führte Landrat Ralf Reinhardt zum renommieren mittelständischen Unternehmen Hoch- und Tiefbaugesellschaft Wittstock mbH. Begleitet wurde er dabei von der Wirtschaftsförderung der Stadt Wittstock/Dosse, vertreten durch Nadine Fürch, sowie von REG-Geschäftsführer Steffen Müller. Kaum angekommen wurde direkt tief in die Themen der regionalen und nationalen Bauwirtschaft eingestiegen. Im Mittelpunkt standen die derzeitige Lage der Branche sowie Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung der Region. Diskutiert wurde unter anderem die Situation im Wohnungsbau, Rahmenbedingungen für Investitionen sowie die Weiterentwicklung von Gewerbeflächen.

Stichwort Wohnungsbau: Gesellschafter Uwe Schedel sowie seine Partnerin, die geschäftsführende Gesellschafterin Christina Schwarzer, berichteten, dass steigende Bau- und Energiekosten und die damit verbundenen wirtschaftlichen Unsicherheiten
derzeit zu einer spürbaren Zurückhaltung bei privaten Investitionen führen. Szenarien wie vorliegende Baugenehmigungen, die nicht in die Umsetzung gelangen, sind keine Seltenheit. Gleichzeitig bleibt der Bedarf an Wohnraum hoch und die Führungsriege des
Unternehmens wünscht sich, den Fokus wieder auf ebendiese Sparte legen zu können. Natürlich gab es auch Positives zu berichten: Die Vorbereitungen für anstehende Bauarbeiten im Wittstocker Quartier "Rote Mühle" sind nahezu abgeschlossen und nicht zuletzt geht es mit der Errichtung des pädagogischen Zentrums in Neuruppin voran. 

Auch die Fachkräfteentwicklung wurde thematisiert. Das Unternehmen teilte überwiegend positive Erfahrungen mit Ausbildung und dualen Studiengängen. Als besonders sinnvoll wird ein Ausbildungsweg angesehen, bei dem zunächst ein handwerklicher Beruf – etwa im Maurerhandwerk – erlernt und anschließend ein Studium im Bauwesen angeschlossen wird. Neben der Ausbildung im eigenen Betrieb könnten auch internationale Fachkräfte künftig eine größere Rolle spielen, sofern deren Qualifikationen schneller anerkannt werden und der Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert wird. Auch die Stärkung des Standortmarketings in Richtung zuziehender oder rückkehrender Fachkräfte aus dem deutschsprachigen Raum und eine strukturierte Willkommensinitiative wurden als sinnvolle Maßnahmen identifiziert.

Nach einem kleinen Exkurs zum stets aktuellen Thema der E-Mobilität, welche für alle Unternehmen mit Flotte in Zukunft eine hohe Relevanz haben wird, kam das Gespräch auf die Entwicklung von Gewerbeflächen im Landkreis. Diskutiert wurde die Möglichkeit, gemeinsam mit regionalen Partnern eine zentrale Stelle zur Koordination und Vermarktung von Gewerbeflächen aufzubauen, um Investitionen in der Region gezielter zu unterstützen – was wiederum einen positiven Effekt auf die Baubranche nach
sich ziehen würde.

"Die Unternehmen wollen was schaffen. Aber wir werden nicht gelassen, es fehlt die Entscheidungsfreudigkeit", so Christina Schwarzer. Wirklich pessimistisch scheint aber niemand aus den Reihen des Unternehmens zu sein. Die drei Geschäftsführenden inklusive Uwe Schedel als erfahrener Wegbereiter wirkten souverän, professionell und gut eingespielt, was keinen Zweifel am weiteren Erfolg des Unternehmens auch in unsicheren Zeiten aufkommen lässt.

Zu Besuch bei der Alutrim Europe GmbH in Kyritz

Von Wittstock/Dosse aus ging es weiter zur Alutrim Europe GmbH. Zusammen mit der Kyritzer Amtsleiterin für Stadtentwicklung und Bauen, Melanie Füllgraf, und dem Wirtschaftsförderer der Stadt, Kai Maslowski, sowie REG-Geschäftsführer Steffen Müller besuchte Landrat Ralf Reinhardt ein High-Tech-Unternehmen, welches für Qualität und Authentizität in der Automobilindustrie steht und Metallzier- und Dekorteile fertigt. 50 Prozent des Umsatzes erzielt das Unternehmen dabei aus individuell designten
Lautsprechergittern, einem stark wachsenden Markt. Alutrim setzt auch auf natürliche Materialien wie Miesmuscheln oder Heu, um einzigartige und nachhaltige Autozierteile herzustellen. "Auf diese Innovation sind wir besonders stolz und haben dafür eine
Entwicklungsabteilung am Standort aufgebaut", berichtete der Geschäftsführer Olaf Leifheit.

Doch auch in dieser Branche sind die Herausforderungen nicht weniger gering. Der Wettbewerbs- und Kostendruck ist enorm. Die steigenden Energie- und Materialpreise bei gleichzeitig steigenden Personalkosten zwingen das Unternehmen, noch effizienter und innovativer zu werden, sodass einerseits in Automatisierung investiert und andererseits in neue Märkte eingetreten wird, beispielsweise in die Medizintechnik. "Insgesamt ist der Standort Kyritz für uns ein wichtiger Standort im Bereich Technik und Forschung, in den wir weiter investieren", betonte Olaf Leifheit in seiner Unternehmensvorstellung.

Die Alutrim Europe GmbH beschäftigt 150 Mitarbeitende, davon 5 Auszubildende – größtenteils aus Kyritz und Umgebung kommend. "Insbesondere für Auszubildende ist es schwer, bezahlbaren Wohnraum zu finden", merkte Melanie Brandenburg,
Personalleiterin der Alutrim Europe GmbH, an. Landrat Ralf Reinhardt bestätigte dieses fehlende Angebot. Gleichzeitig plädierte er für kreative Lösungen wie Betriebswohnungen, etwa in Kooperation mit anderen Unternehmen und mit Unterstützung der Stadt. Ein exemplarisches Beispiel dafür, wie wichtig der enge Austausch zwischen Unternehmen und Kommune ist.

Auch der Fachkräftemangel, insbesondere im Ingenieur- und Technik-Bereich, beschäftigt die GmbH stetig. Doch auch hier werden innovatives Denken und Handeln unter Beweis gestellt. Die Kooperation mit Hochschulen und Universitäten in Brandenburg und Berlin ermöglicht es der Alutrim Europe GmbH, Forschungsprojekte und Strategieentwicklungen an Student:innen in Auftrag zu geben, um potenzielle Fachkräfte früh an das Unternehmen zu binden.

Der Besuch endete mit dem Rundgang durch die Produktionshallen, in denen im Drei-Schicht-Betrieb an Maschinen gearbeitet wird. Insbesondere die neuen Automatisierungskonzepte, die eine Produktivitätssteigung von ca. 150 Prozent erzeugen, beeindruckten die Gäste.

Zu Besuch in Kyritz bei der Alutrim Europe GmbH (von rechts): Landrat Ralf Reinhardt, Rico Neubert, Melanie Füllgraf, Olaf  Leifheit, Thomas Wallwiener, Melanie Brandenburg, Steffen Müller sowie Kai Maslowski. © Alena Fissek / REG
Zu Besuch in Kyritz bei der Alutrim Europe GmbH (von rechts): Landrat Ralf Reinhardt, Rico Neubert, Melanie Füllgraf, Olaf Leifheit, Thomas Wallwiener, Melanie Brandenburg, Steffen Müller sowie Kai Maslowski. © Alena Fissek / REG

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