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Landrat zeichnet Ehrenamtliche bei Seniorenwoche aus

Neun Senior:innen wurden von der Kreisseniorenbeauftragten Sigrid Schumacher (links) und Landrat Ralf Reinhardt (hinten) ausgezeichnet. Vier waren erkrankt.© Landkreis OPR
Neun Senior:innen wurden von der Kreisseniorenbeauftragten Sigrid Schumacher (links) und Landrat Ralf Reinhardt (hinten) ausgezeichnet. Vier waren erkrankt.© Landkreis OPR

„Für ein lebenswertes Brandenburg – solidarisch, aktiv, mitbestimmend, für alle Generationen“ Unter diesem Motto stand die diesjährige 28. Seniorenwoche des Landes Brandenburg, im Rahmen derer auch im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zahlreiche Veranstaltungen für die Senior:innen angeboten wurden.

Bei der offiziellen Eröffnung der Kreisseniorenwoche im Neuruppiner Kulturhaus Stadtgarten, zu der über 120 Senior:innen aus dem gesamten Landkreis eingeladen waren, zeichnete Landrat Ralf Reinhardt gemeinsam mit der Kreisseniorenbeauftragten Sigrid Schumacher zudem neun verdiente Ehrenamtliche aus. Zuvor war bereits Reinhard Neumann, ehrenamtlicher Bürgermeister von Breddin, mit der Ehrenurkunde des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg auf Vorschlag des Kreisseniorenbeirates Ostprignitz-Ruppin auf der Eröffnungsveranstaltung der Seniorenwoche in Falkensee geehrt worden. Reinhard Neumann ist jedoch nicht nur Bürgermeister von Breddin, sondern gehört seit Jahrzehnten auch der Gemeindevertretung an und sitzt im Amtsausschuss von Neustadt (Dosse), dessen Vorsitzender er auch aktuell ist. Doch damit ist sein Einsatz für die Gemeinde nicht beendet. Er engagiert sich auch für andere Breddiner Belange, angefangen beim Sportverein, über die Sanierung von Wohnungen bis hin zum Bahnverkehr. Seit 2007 ist Reinhard Neumann zudem als Entwicklungshelfer in Afrika tätig und setzt sich für eine Völkerfreundschaft zwischen Gambia und Deutschland ein. So war der Breddiner in diesen 15 Jahren alleine 36 Mal in dem afrikanischen Land, in dem er nicht nur Brunnen gebaut, sondern Spenden für die örtliche Schule akquiriert sowie sich dort für den Ausbau der Solarenergie engagiert hat.

Reinhard Neumann (am Pult) hatte zuvor in Falkensee die Ehrenurkunde des Ministerpräsident erhalten. © privat
Reinhard Neumann (am Pult) hatte zuvor in Falkensee die Ehrenurkunde des Ministerpräsident erhalten. © privat

In Neuruppin erhielten neun Senior:innen, die von Kommunen, Verbänden oder Vereinen vorgeschlagen worden waren, die Ehrenurkunde des Landrates. So durfte Landrat Ralf Reinhardt unter anderem Heidi Harth aus Lindow gratulieren, die nicht nur Seniorenbeauftragte im Amt Lindow ist, sondern 1975 auch zu den Gründungsmitgliedern des freiwilligen Karnevalclubs Lindow gehörte. Jahrzehnte war sie dann dessen Vorsitzende. Außerdem ist die 69-Jährige im Vorstand des Sportvereins Grün-Weiß Lindow aktiv und leitet dort Sportgruppen für Senior:innen, wenn sie sich nicht gerade für die internationalen Beziehungen von Lindow einsetzt oder sich bei Festen oder Pflanzaktionen in der Stadt einbringt.

Mit Giesela Behrendt aus Nackel und Roswitha Lange aus Neustadt (Dosse) zeichneten der Landrat und die Kreisseniorenbeauftragte zwei aktive Mitglieder der Rheumaliga Neustadt aus. In der Selbsthilfegruppe, die 26 Mitglieder zählt, sind die beiden Frauen seit rund 20 Jahren als Vorsitzende beziehungsweise Schatzmeisterin aktiv und sie organisieren zahlreiche Aktivitäten der Gruppe. Zu diesen gehören neben Teilnahmen an den Tagen der Rheumaliga in Bad Wilsnack oder Bad Liebenwerda, Ausflügen, Geburtstags- und Weihnachtsfeiern vor allem auch Fachvorträge von Ärzt:innen, Therapeut:innen sowie einer Kräuterfrau, die die Gruppe auch schon nach Hamburg führten.

Ebenfalls eine Ehrenurkunde erhielt Helga Thon aus Zootzen, die sich seit Jahren und mit viel persönlichem Engagement für die dortige Ortsgruppe der Volkssolidarität einsetzt. Im Verbandsbereich Wittstock/Dosse ist sie bei den Zusammenkünften dafür bekannt, dass sie konsequent ihre Meinung vertritt, Probleme und Aufgaben anpackt, ihre Erfahrungen weitergibt und zugleich „Neuem“ immer offen gegenüber steht. Zu den Mitgliedern – sie gewinnt auch stets neue - pflegt sie einen intensiven Kontakt und hat immer einen Blick dafür, wer Hilfe braucht, die sie dann auch umsichtig organisiert. Ihrem organisatorischen Talent sowie ihrer kontinuierlichen und gewissenhaften Arbeit sei es zu verdanken, dass die Ortsgruppe Zootzen nicht nur ein lebendiges Gruppenleben habe, sondern auch ein fester Partner im Verband der Volkssolidarität sei.

Regina Melzer wurde vom Landrat und der Kreisseniorenbeauftragten (rechts) geehrt. © privat
Regina Melzer wurde vom Landrat und der Kreisseniorenbeauftragten (rechts) geehrt. © privat

86 Jahre alt ist Regina Melzer aus Wittstock/Dosse. Doch ihr hohes Alter hindert die engagierte Frau nicht daran, noch immer als ehrenamtliche Vorsitzende – und das seit nunmehr 30 Jahren – der Ortsgruppe II der Wittstocker Volkssolidarität tätig zu sein. Es ist eine mitgliedsstarke Gruppe, für die sie einmal im Monat eine Veranstaltung auf die Beine stellt. Mal ist es eine Tagesausflug, mal eine Lesung, ein Spielenachmittag oder auch ein Kinobesuch. Zudem besucht Regina Melzer, die sich selbst mit zweimal Sport in der Woche fit hält, erkrankte Mitglieder der Ortsgruppe zuhause, die nicht mehr zu den Veranstaltungen kommen können. Über die Volkssolidarität hinaus engagiert sich die Wittstockerin im Verein zum Erhalt der Stadtmauer, bei den Freien Wählern, im Pressebeirat und im ehemaligen Seniorenverband (jetzt Herbstgold). Für diesen vielseitigen ehrenamtlichen Einsatz erhielt auch Regina Melzer die Ehrenurkunde des Landrates.

Nicht persönlich konnten an diesem Tag Anton Tschochner aus Wittstock/Dosse, Klaus Lehwald aus Neustadt (Dosse) sowie das Ehepaar Schwanz aus Neuruppin die Ehrenurkunden des Landrates in Empfang nehmen, da sie aus gesundheitlichen Gründen verhindert waren.

Anton Tschochner wurde vom 60 Mitglieder starken Seniorenverein Herbstgold für die Auszeichnung vorgeschlagen, dem er von 1992 bis Ende 2021 angehörte. Er war im Verein für die Öffentlichkeitsarbeit und die Dokumentation zuständig. Mit seinen Fotos und Filmen bereicherte er zudem die Chronik und vertrat den Verein Herbstgold im Seniorenbeirat der Stadt Wittstock/Dosse.

Mehr als 120 Senior:innen waren in das Neuruppiner Kulturhaus gekommen. © Landkreis OPR
Mehr als 120 Senior:innen waren in das Neuruppiner Kulturhaus gekommen. © Landkreis OPR

Klaus Lehwald aus Neustadt (Dosse), wo er viele Jahre als Stadtverordneter tätig war und ist, wurde von Amtsdirektor Andreas Schumacher für die Auszeichnung des Landrates vorgeschlagen. Neben seiner politischen Tätigkeit ist Lehwald zudem seit 1995 ehrenamtlich in der Schiedsstelle des Amtes Neustadt tätig und engagiert sich für die Neustädter Feuerwehr und den dazugehörigen Feuerwehrverein. Außerdem bringt er sich in der Neustädter Kirchengemeinde ein, wo er beispielsweise Kinder zur Christenlehre transportierte und auch abseits der Politik kämpft er gegen „rechte“ Strömungen.

Elli und Siegfried Schwanz sind seit vielen Jahren für ihre reich bebilderten und fundierten historischen Vorträge zu Mühlen in der Region, zu den Orgeln von Albert Hollenbach, der Schule in Karwe oder den Glashütten in der einstigen Grafschaft Ruppin bekannt. Im historischen Verein Neuruppin ist das Ehepaar sehr aktiv. Doch für die Ehrenurkunde des Landrates wurden Elli und Siegfried Schwanz vom Verein Jahresringe Neuruppin vorgeschlagen, wo sich das Ehepaar als Mitglieder seit vielen Jahren aktiv in die Vereinsarbeit einbringt, Veranstaltungen vorbereitet und durchführt.

Der Spatzenchor der Karl-Liebknecht-Schule aus Neuruppin erfreute die Gäste mit einem bunten Programm. © Landkreis OPR
Der Spatzenchor der Karl-Liebknecht-Schule aus Neuruppin erfreute die Gäste mit einem bunten Programm. © Landkreis OPR

Die Auszeichnungen durch Ralf Reinhardt und Sigrid Schumacher waren der Höhepunkt einer vielfältigen Veranstaltung im Neuruppiner Kulturhaus, die vom Spatzenchor der „Karl-Liebknecht-Schule“ Neuruppin und der Kindertanzgruppe der Jugendkunstschule umrahmt wurde. So ließen die 20 Chorkinder aus den dritten und vierten Klassen der Liebknecht-Schule die Zuhörer:innen an einem Ausschnitt ihres Programms teilhaben, das sie für die Teilnahme am Chorprojekt „6K united 2022“, wo gemeinsam mit 6.000 anderen Kindern in der Mercedes-Benz-Arena Berlin gesungen wird, einstudiert hatten. Die jungen Tänzerinnen der Jugendkunstschule entführten die Gäste im Stadtgarten mit ihrer Darbietung schwungvoll in die Zeit des Rock ‘n Roll.

Die Kindertanzgruppe der Jugendkunstschule Neuruppin entführte die Gäste in die Zeit des Rock'n Roll. © Landkreis OPR
Die Kindertanzgruppe der Jugendkunstschule Neuruppin entführte die Gäste in die Zeit des Rock'n Roll. © Landkreis OPR

Moderatorin und Kreissprecherin Ulrike Gawande dankten den Anwesenden und allen Engagierten im Landkreis: „Ohne Senior:innen würde vieles nicht funktionieren.“ Deshalb würden die älteren Menschen in die Mitte der Gesellschaft und nicht an deren Rand gehören. Dafür kämpft auch Landrat Ralf Reinhardt, der sein Grußwort nutzte, um Land und Bund aufzufordern, den ländlichen Raum nicht aus den Augen zu verlieren. Es müsse mehr getan werden, damit, wie es auch im Grundgesetz stehe, in Städten, Ballungsräumen und auf dem Land gleichwertige Lebensverhältnisse herrschen. „Der Staat muss bereit sein, mehr Geld für die ländlichen Regionen auszugeben und dafür sein bisheriges System ändern“, so Ralf Reinhardt, der die Senior:innen im Saal dazu aufforderte, auch andere Menschen immer wieder auf dieses Thema aufmerksam zu machen. Der Nachmittag klang dann mit Gesprächen bei Kaffee und Kuchen aus und läutete eine abwechslungsreiche Seniorenwoche mit weit über 20 Veranstaltungen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin ein.

Landrat Ralf Reinhardt forderte in seinem Grußwort mehr bundes- und landespolitisches Engagement für den ländlichen Raum. © Landkreis OPR
Landrat Ralf Reinhardt forderte in seinem Grußwort mehr bundes- und landespolitisches Engagement für den ländlichen Raum. © Landkreis OPR
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