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Landrat Ralf Reinhardt kritisiert deutlich die aktuellen Zustände bei der Bahnlinie RE2, die zwischen Berlin und Wismar bzw. Schwerin verkehrt und auch von vielen Menschen aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin genutzt wird.

"Die momentanen Zustände im RE2 sind unhaltbar, es ist enger als in einer Sardinenbüchse. Gerade bei Zügen, die bis nach Wismar im Zweistunden-Takt fahren, ist die Situation für die Betroffenen nicht auszuhalten. Fahrgäste müssen an den Bahnsteigen stehenbleiben, die Züge sind in allen Waggons überfüllt", erklärt Ralf Reinhardt. "Offenbar ist es leider so, dass der Betreiber ODEG, aber auch die beiden Bundesländer Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern keine Notwendigkeit sehen, einen Verstärkerzug zu bestellen, was für mich völlig unverständlich ist. Die ODEG fährt einen zweiten, zusätzlichen Verstärkerzug nach Stralsund auf einer anderen Linie, die eigentlich von der DB Regio bedient wird, aber beim RE2 scheint dies nicht möglich zu sein. Ich habe den Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) im Aufsichtsrat, wo auch der zuständige Verkehrsstaatssekretär des Landes Brandenburg mit anwesend ist, auf diese Situation hingewiesen und um Abhilfe gebeten, ebenso im Nachgang die VBB-Geschäftsführung. Aber das wird völlig ignoriert, in beiden betroffenen Bundesländern scheint das keinen zu interessieren", so der Landrat des Landkreises Ostprignitz-Ruppin.

„Diese Verhältnisse beim RE2 sind ein unhaltbarer Zustand und ich schäme mich, dass wir als Landkreis an dieser Strecke liegen. Die Pendlerinnen und Pendler, die hier aus unserer Region eigentlich auf den RE2 angewiesen sind, können diese Verbindung im Grunde im Moment nicht nutzen, weil die Züge völlig überfüllt sind. Sicher mag das 9-Euro-Ticket dabei eine Rolle spielen, aber an anderen Stellen wurde ja bekanntlich Abhilfe geschaffen durch den Einsatz von Verstärkerzügen. Wir freuen uns über den Zuspruch, alle wollen mehr ÖPNV. Nun wird er endlich genutzt, im Moment ist er aber eine Abschreckung und der Schaden, der dadurch entsteht, ist viel größer. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Bundesländer wollen, dass der ÖPNV hier ein solches Bild abgibt, wie es momentan der Fall ist. Von daher ist dringend Abhilfe geboten. Es muss eine Verstärkung der Züge, mindestens zwischen Berlin und Schwerin geben, bestenfalls jetzt sofort in einem Stundentakt, damit sich die Last der Fahrgäste auf mehr Kapazitäten verteilt. An anderer Stelle war das möglich, warum nicht auch auf dieser für uns so essentiellen Verbindung?", erklärt Ralf Reinhardt.

Darüber hinaus unterstützt der Landrat auch, wie zuvor schon die Kyritzer Bürgermeisterin Nora Görke, die Initiative des Amtes Meyenburg zum Erhalt der Bahnstrecken von Neustadt (Dosse) über Kyritz, Pritzwalk bis nach Meyenburg, also die Regionalbahnen 73 und 74. Ralf Reinhardt:

"Auch der Landkreis Ostprignitz-Ruppin fordert den Erhalt der gesamten Strecken über Pritzwalk bis nach Meyenburg, respektive der Verbindung nach Mecklenburg-Vorpommern. Dies sind wir den uns nachfolgenden Generationen - unseren Kindern und Enkelkindern - schuldig. Teilhabe an den zukünftigen Entwicklungen der Gesellschaft bedeutet auch Teilhabe in der zukünftigen Mobilität und zu dieser wird auf jeden Fall die Bahn gehören, die ebenso im ländlichen Raum weiter existieren können muss. Eine Verkehrswende macht nicht vor den Toren großer Städte halt, sondern muss auch weniger besiedelte Bereiche umfassen und diese ebenso mit Bahnverbindungen erschließen. Was vor vielen Jahrzehnten wohlweislich für die Zukunft aufgebaut wurde und bis heute gehalten hat, darf nicht durch eine vermeintlich betriebswirtschaftliche Bürokratie von gestern aus dem großstädtischen Berlin und Potsdam durch ein stupides Auslaufen von Verträgen vernichtet werden."

Das Amt Meyenburg hat eine Unterschriftenaktion zum vollständigen Erhalt der Bahnstrecken 73 und 74 gestartet. Die Unterschriftenlisten liegen ab sofort nicht nur im Kundencenter der Hanseatischen Eisenbahn am Kyritzer Bahnhof und dank der Unterstützung der Aktionsgmeinschaft Kyritzer Gewerbe (AKG) in vielen Geschäft aus, sondern auch im Bürgerbüro im Rathaus, in der Stadtbibliothek und im Kultur- und Tourismusbüro. Die Unterschriftenlisten sollen im September an die Landesregierung geschickt werden.

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