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Im vergangenen Jahr war in der Neuruppiner Klosterkirche die Ausstellung „Von Papenburg nach Neuruppin“ der Berliner Malerin Hannah Bischof zu sehen. Mit ihren Werken erinnert die Künstlerin an ihre Großmutter Maria Fenski, die 1942 in der damaligen Landesanstalt Neuruppin Opfer der NS-Euthanasieverbrechen wurde.

Insgesamt rund 200.000 Menschen starben in der Zeit des Nationalsozialismus im Rahmen der Krankenmorde, weil Menschen mit psychischen Erkrankungen und Beeinträchtigungen in der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten als „unwertes Leben“ angesehen wurden. Als sogenannte „Zwischenanstalt“ war die damalige Landesanstalt Neuruppin ein fester Bestandteil des zentral gesteuerten Euthanasie-Mordprogramms, der sogenannten „Aktion T4“. Rund 2.500 Patient:innen wurden von Neuruppin aus in die Vernichtungsanstalten nach Brandenburg/Havel und Bernburg abtransportiert und dort ermordet. Auch nach Beendigung der „Aktion T4“ im Jahr 1941 wurden hunderte von Patient:innen der Landesanstalt Neuruppin Opfer der nun dezentral stattfindenden Euthanasieverbrechen.

Am gestrigen Dienstag, dem Jahrestag des ersten Transportes von Neuruppin in die Tötungsanstalt in Brandenburg/Havel, fand eine von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Ruppin organisierte Gedenkveranstaltung für die Opfer der NS-Euthanasieverbrechen statt. Zu Gast waren neben Vetreter:innen der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde, der Katholischen Kirchengemeinde Hl. Getrud von Helfter und des Universitätsklinikums Ruppin-Brandenburg, auch Arne Kröger (Landkreis Ostprignitz-Ruppin), Nico Ruhle (Bürgermeister der Fontanestadt Neuruppin) sowie  der Kreistagsabgeordnete Wolfgang Freese. Die Gedenkveranstaltung begann mit einer Ökumenischen Andacht in der alten Klinik-Kapelle des Universitätsklinikums und schloss mit einem Gang zu den Stolpersteinen vor dem Hauptgebäude.

Es ist der Wunsch der Veranstalter, dass die Gedenkveranstaltung der Beginn eines regelmäßigen Erinnerns an dieses schmerzliche Kapitel auch der Neuruppiner Geschichte sein möge.

Die Gedenkveranstaltung endete an den Stolpersteinen vor dem Klinikgebäude.© ukrb/ Verena Clasen
Die Gedenkveranstaltung endete an den Stolpersteinen vor dem Klinikgebäude.© ukrb/ Verena Clasen
26.04.2023 
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