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Wie Grünzeug richtig entsorgt wird

Trauriger Anblick: Gartenabfälle, Baumschnitt, aussortierte Zimmerpflanzen und anderer Müll inmitten der Natur © Landkreis OPR
Trauriger Anblick: Gartenabfälle, Baumschnitt, aussortierte Zimmerpflanzen und anderer Müll inmitten der Natur © Landkreis OPR

Wer einen eigenen Garten hat, der kann ein Lied davon singen: Im Laufe des Jahres fallen - je nach Jahreszeit - jede Menge Grünschnitt und Gartenabfälle an. Dann stellt sich auch schnell die Frage, wie mit den häufig unliebsamen Pflanzenresten wie Laub, Äste, Rasenschnitt oder Wurzelstöcke zu verfahren ist. Häufig soll eine Verwertung auf dem eigenen Grundstück nicht erfolgen bzw. ist nicht möglich. Die Entsorgung auf zugelassenen Sammelstellen schreckt manche ab, weil angeblich zu aufwendig und kostenpflichtig. Die vermeintliche Alternative ist ein Abstecher ins Grüne, um das überflüssige Grünzeug einfach loszuwerden. Gartenabfälle - das ist doch Natur, denken viele. Warum diesen Abfall nicht auf angrenzenden Wegen, in Gräben, auf Ödlandflächen oder im Wald mal eben wegkippen? Aber diese Denkweise ist fatal, wie die untere Abfallwirtschaftsbehörde des Landkreises klarstellt. Warum? Mit den Grünabfällen aus Garten oder den eigenen vier Wänden wird die natürliche Vegetation überdeckt. Der zusätzliche Nährstoffeintrag und die mitunter im Abfall enthaltenen Samen beeinflussen die natürliche Artenvielfalt und es breiten sich immer mehr Monokulturen aus. Gebietsfremde Pflanzen können sich ebenso in der freien Natur ausbreiten und die heimische Vegetation verdrängen. Außerdem kann es zu Schimmel- und Gärungsprozessen z.B. durch die Ablagerung größerer Mengen von Rasenschnitt kommen. 

Sabine Leske von der unteren Abfallwirtschaftsbehörde (links) mit Vertreter:innen der Presse an einer illegalen Ablagestelle im Bereich Fehrbellin © Landkreis OPR
Sabine Leske von der unteren Abfallwirtschaftsbehörde (links) mit Vertreter:innen der Presse an einer illegalen Ablagestelle im Bereich Fehrbellin © Landkreis OPR

Was also ist zu tun?

Am besten ist es, Gartenabfälle an Ort und Stelle zu kompostieren, soweit ein Bedarf für den selbst erzeugten Kompost vorhanden ist. Mit Kompost können Nährstoffe wie Phosphor, Kalium und Stickstoff, aber auch organische Substanzen (Humus), welche im Pflanzenmaterial gespeichert sind, sozusagen wieder dem Garten zugeführt werden. Auch Holzschnitt kann auf den Komposthaufen, gegebenenfalls muss das Schnittgut aber mit einem Häcksler vorher noch zerkleinert werden. Natürlich können Rasenschnitt, Blätter und ähnliches Pflanzenmaterial auch gut zum Mulchen verwendet werden. Mit dieser pflanzlichen Abdeckung wird der Boden vor Austrocknung geschützt und hält ihn zudem locker.

Doch trotz dieser eigentlich bekannten Tipps aus dem kleinen 1x1 des Gärtnerns nimmt die Entsorgung von Grünabfällen in der Natur immer weiter zu in unserem Landkreis. Besonders auffällig sind dabei illegale Ablagerungen in der Nähe von Kleingartenanlagen, Bungalows und Eigenheimsiedlungen. Was viele offenbar nicht wissen: Wer seine Gartenabfälle einfach so in der Landschaft entsorgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit nach § 69 des Kreislaufwirtschaftsgesetzes. Oft ist es aber schwierig, die Verursacher zu ermitteln. Mit Hilfe von aufmerksamen Bürgerinnen und Bürgern, die solche Grüngutentsorgungen in der Natur beobachten und auch konkrete Hinweise machen können (z.B. das Kfz-Kennzeichen melden), ist es möglich, den Umweltsünder:innen auf die Schliche zu kommen. Häufig kann dann auch ein Bußgeldverfahren eingeleitet werden. 

Aber so weit sollte es gar nicht erst kommen, wenn die Regeln eingehalten werden und Grüngut ordnungsgemäß entsorgt wird. In unserem Landkreis gibt es mehrere private Betreiber von Kompostierungsanlagen mit Grüngutsammelstellen. Die Agrar Rheinsberg GmbH betreibt eine Kompostieranlage in Linow und die Sammelstelle im Gewerbegebiet Flugplatz Neuruppin. Die Kompostieranlagen in Heinrichsfelde und in Scharfenberg werden durch die Perleberger Recycling GmbH betrieben. In Wulfersdorf befindet sich die Kompostierungsanlage der Agrargenossenschaft Freyenstein und Umgebung eG. An diesen Standorten besteht die Möglichkeit, Grüngut- und Gartenabfälle gegen Entgelt zu überlassen. Die Erhebung des Entgelts erfolgt durch die Anlagenbetreiber selbst.

Darüber hinaus werden im Herbst durch den Landkreis Container in den Ortschaften zur Grünabfallsammlung bereitgestellt. Im vergangenen Jahr wurden bei der Herbstsammlung 433 Container zur Verfügung gestellt und dabei insgesamt 700 Tonnen Grünabfall eingesammelt. Ein positives Signal, das möglichst viele Nachahmer:innen finden sollte, um weiter für den Erhalt einer intakten Naturlandschaft zu sorgen.

Solche Abfälle gehören nicht an den Straßenrand, sondern zu Grüngutsammelstellen © Landkreis OPR
Solche Abfälle gehören nicht an den Straßenrand, sondern zu Grüngutsammelstellen © Landkreis OPR
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