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Die gegenwärtige Situation bei den Oberflächengewässern im Landkreis stellt sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit und einer außergewöhnlichen Dürre weiter als angespannt dar. Während die Seen die Schwankungen des Wasserstandes noch gut ausgleichen können, drohen zunehmend Gräben und kleinere Teiche auszutrocknen. Aber auch größere und stark durch Melioration veränderte Gewässer sind von abschnittsweisen Austrocknungen betroffen, wie beispielsweise die Neue Jäglitz.

Die bisher erfolgten Maßnahmen, wie das frühzeitige Aufstauen der Rheinsberger Gewässer und der Giesenschlagseen sowie das Inkrafttreten einer Allgemeinverfügung zur Regelung der Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern und die zeitlich begrenzte Verwendung von Brunnenwasser beim Bewässern von Gärten, sind wichtige Schritte, um die Folgen der Trockenheit zumindest etwas abzufedern und zugleich die Menschen für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren. Unabhängig davon stellt die untere Wasserbehörde aber fest, dass viele Bürgerinnen und Bürger ohnehin schon sehr umsichtig und sparsam mit dem kostbaren Gut Wasser umgehen, was grundsätzlich zu begrüßen ist. Denn ein sorgsamer Umgang mit Wasser muss oberste Bürgerpflicht sein und bleiben.

Bei allen Maßnahmen, die jetzt getroffen werden, sind immer ihre Verhältnis- und Zweckmäßigkeit zu prüfen. Angesichts des Ausmaßes der flächendeckenden Dürre, wie wir sie derzeit erleben, wird es kaum möglich sein, durch weitere restriktive Maßnahmen die Situation spürbar zu verbessern. Es fehlt bereits weit mehr als die Regenmenge eines Jahres in der Wasserhaushaltsbilanz und die für diese Jahreszeit außergewöhnlich hohen Temperaturen sorgen für eine ungebremste Zehrung der Wasservorräte durch Verdunstung. Zukünftiges Augenmerk muss deshalb auf die Vorsorge von Niedrigwassersituationen gelegt werden. Erste Ansatzpunkte sind dazu im Niedrigwasserkonzept des Landes Brandenburg enthalten. Trotz aller Maßnahmen wird es sich kaum verhindern lassen, dass insbesondere von Niederschlägen gespeiste Gewässer, wie Gräben und Teiche, aufgrund der Dürre und einer ungewöhnlich massiven Verdunstung weiter austrocknen werden.

Eine Entspannung der gegenwärtigen Lage kann nur durch ergiebige, langanhaltende und großflächige Niederschläge eintreten, womit nach jetzigem Stand der Wetterprognosen aber leider nicht zu rechnen ist. Es besteht daher nur die Möglichkeit, die Auswirkungen der Trockenheit zu begrenzen. Dabei geht es in erster Linie darum, die ökologische Funktion der Hauptgewässer in unserem Landkreis zu erhalten. Sie sind der Garant dafür, dass nach einer Entspannung der Lage auch die anderen, von der Dürre stärker betroffenen Gewässer, wieder von Wasserlebewesen besiedelt werden können. Vor diesem Hintergrund wurde mit dem Wasserbewirtschaftungsbeirat am 17. August 2022 abgestimmt, die Rhinseespeicher weiter moderat abzusenken, um Wasser für den Erhalt der ökologischen Grundfunktionen der Fließgewässer abzugeben. Auf diese Weise soll ein Fischsterben vermieden werden. Eine solche zusätzliche Wasserabgabe erfolgt bereits seit fast zwei Wochen beim Dossespeicher (Kyritzer Obersee), um in diesem Fall die ökologischen Grundfunktionen der Dosse sicherzustellen. In diesem Zusammenhang müssen Wassersportler:innen und Anlieger:innen an den Seen damit rechnen, dass es zu Einschränkungen bei der Tauchtiefe und bei der Nutzung von Liegeplätzen und Bootsstegen kommen kann. Auch wird es in dieser Vogelzugsaison keine zusätzliche Bespannung des Kranichschlafplatzes in Linum mit Oberflächenwasser aus dem Amtmannkanal geben. Die örtlichen Akteur:innen des Kranichschutzes arbeiten deshalb bereits daran, den imposanten Vögeln Ausweichmöglichkeiten im Linumer Teichgebiet anzubieten. Dazu muss auch ein neues Konzept der Besucherlenkung erstellt werden.

Die Lage bei den Oberflächengewässern bleibt in Folge der anhaltenden Trockenheit weiter angespannt © Landkreis OPR
Die Lage bei den Oberflächengewässern bleibt in Folge der anhaltenden Trockenheit weiter angespannt © Landkreis OPR
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